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Analyse: Monaco hat große Erwartungen an Charlene

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Monaco (dpa) - Es war nach der Hochzeit von Kate und William in London die zweite große Adelshochzeit des Jahres: Albert von Monaco und Charlene sind ein Ehepaar. Auf der Fürstin liegen große Hoffnungen. Sie soll einen Thronfolger zur Welt bringen und das Image von Monaco aufpolieren.

Für eine Märchenhochzeit kamen die großen Gefühle ein wenig zu kurz. Erst als die standesamtliche und die kirchliche Hochzeit vorbei war, fiel die Anspannung von der Braut ab. Charlene von Monaco, Ehefrau von Fürst Albert II., brach in Tränen aus, als sie ihren Brautstrauß zu Ehren der Schutzpatronin von Monaco ablegte. Albert wirkte ein bisschen verlegen, doch das Volk applaudierte aufmunternd. Auch die öffentlichen Küsse der beiden werden nicht in die Geschichte der leidenschaftlichsten Hochzeitsszenen eingehen.

Hartnäckig hielten sich Gerüchte, dass sich Charlene kurz vor der Hochzeit trennen wollte, obwohl dies der Palast scharf dementiert hatte. Wollte Charlene wirklich die Feier platzen lassen und nach Südafrika verschwinden? Gab es wirklich einen Streit, ausgelöst durch intensiven Vorbereitungsstress?

Das perfekt inszenierte, glanzvolle Fest, die wunderschöne Braut mit ihrer 20-Meter-Schleppe, die Staatsgäste und extravagant gekleideten Prominente - all dies ließ Zweifel am dauerhaften Glück der beiden in den Hintergrund treten. Der Einzug der Gäste über den roten Teppich erinnerte stark an das Ritual der Filmfestspiele von Cannes. Mit den meisten Beifall bekam Modeschöpfer und Monaco-Freund Karl Lagerfeld.

Monaco wartete lange darauf, dass sich Albert endlich zur katholischen Ehe entschloss - die Voraussetzung für einen legitimen Thronfolger. «Jetzt hoffen wir, dass sie schnell Kinder bekommen», war in Monaco immer wieder zu hören gewesen. Albert (53) hat zwei uneheliche Kinder anerkannt und nicht ausgeschlossen, dass es noch andere geben könnte. Der Fürst und Charlene kennen sich seit elf Jahren.

Aus der Weltklasse-Schwimmerin mit den muskulösen Oberarmen ist eine zarte, zerbrechlich wirkende junge Fürstin geworden, die das strenge Protokoll des Fürstenhauses ganz verinnerlicht hat. In den vergangenen Jahren ist sie Alberts verstorbener Mutter Grace Kelly immer ähnlicher geworden. Ihre blonden Haare trägt sie gern im Nackenknoten. Zudem seien ihre Lippen voller und die Nase feiner geworden, bemerken französische Medien.

Von der 33 Jahre alten Charlene wird nun viel erwartet: Sie soll nicht nur den ersehnten Thronfolger auf die Welt bringen. Viele Monegassen hoffen auch, dass sie das Image des Fürstentums und der Grimaldi-Familie aufpoliert. Dem Ministaat haftet immer noch das Image der Steueroase für Superreiche an. Und die Fürstenfamilie lieferte der Presse mit weniger glücklichen Ehen, tragischen Unfällen und mit Alberts unehelichen Kindern reichlich Schlagzeilen. Alberts Schwestern Caroline und Stéphanie haben beide gescheiterte Ehen hinter sich.

Albert hatte seit seiner Amtsübernahme darauf hingearbeitet, Monaco als einen modernen Staat zu präsentieren, der sich nicht zuletzt dem Umweltschutz verschrieben hat. Dabei soll die elegante Charlene ihm nun helfen. Aber wie modern kann eine konstitutionelle Erbmonarchie sein, in der die Staatsangehörigkeit über den Vater vererbt wird? Dass Katholizismus Staatsreligion ist, macht die Sache nicht einfacher.

«Sie weiß, auf was sie sich eingelassen hat», meinte eine Monegassin, die die Hochzeit auf einem der Großbildschirme in der Stadt verfolgt hat. «Fürstin sein ist ein Beruf, der einem viel abverlangt.»

Monarchie / Leute / Monaco
03.07.2011 · 22:01 Uhr
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