Gratis Duschgel
 
News
 

Analyse: Geschrumpfte CeBIT übt sich in Zuversicht

Unter dem Motto Großansicht
Hannover (dpa) - Alles ist wieder etwas kleiner in diesem Jahr auf der CeBIT. Nach dem Einbruch des vergangenen Jahres blieben der weltgrößten IT-Messe weitere Aussteller fern, ganze Hallen stehen leer, im Pressezentrum ist weniger Betrieb als in Vorjahren.

Für Messe-Vorstand Ernst Raue ist die Welt jedoch zum CeBIT-Auftakt mehr als in Ordnung. «Keine andere Messe findet in den Medien so statt wie die CeBIT. Keine hat eine wirtschaftspolitische Relevanz wie die CeBIT», verkündet er zum CeBIT-Start vor kaum mehr als einer Handvoll Journalisten.

Raues Argumente: Für eine wirtschaftlich schwierige Zeit seien auch 4152 Aussteller (knapp 150 weniger als vor einem Jahr) noch ein prächtiges Ergebnis. Und bei der Messe dürften Geschäfte im Volumen von 7,5 bis 10 Milliarden Euro «angeschoben» werden. Internet- Schwergewichte wie Google oder der Online-Händler Amazon seien unter den 300 Unternehmen, die zum ersten Mal in den Hallen vertreten sind.

Die Stimmen aus der Branche sind gespalten. «Für uns ist die CeBIT eine richtige Perle», schwärmt Microsoft-Deutschlandchef Achim Berg. «Die CeBIT ist das Herz der digitalen Welt», stimmt BITKOM-Präsident August-Wilhelm Scheer mit ein. Dagegen heißt es bei einem großen japanischen Elektrokonzern auf Nachfrage etwas verlegen: «Die CeBIT spielt für uns eigentlich keine Rolle mehr.»

Aus dem Kreis heutiger Aussteller kommen eindeutige Warnungen. «Es könnte die letzte Chance sein, eine Weltmesse der IT zu bleiben», sprach der Deutschlandchef des Computerhersteller Acer, Stefan Engel, offen aus. «Dieses Jahr ist ein entscheidendes Jahr», mahnte am Montag Katja Mehl, die SAP-Marketingleiterin für Deutschland, Schweiz und Österreich im «Tagesspiegel».

Die CeBIT hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich an Boden verloren. An Rekorde wie die Ausstellerzahl von mehr als 8000 im Jahr 2001 ist längst nicht mehr zu denken. Die Mobilfunk-Branche zog weitgehend zum Mobile World Congress nach Barcelona ab, die Hersteller von Unterhaltungselektronik zur Consumer Electronics Show in Las Vegas und der Funkausstellung IFA in Berlin.

Bei Ausstellerzahlen sei die CeBIT immer noch größer als die Messen in Barcelona und Las Vegas zusammen, rechnet Raue vor. Zähle man noch die IFA dazu, werde es knapp, räumt auch ein Messe-Insider ein. Dass die Besucherzahlen von mehr als 840 000 im Jahr 2001 sich halbiert haben, sei auch kein Problem, sagt Raue. «Es kommt darauf an, dass die richtigen kommen», betont er in Anspielung auf die jahrelangen Bemühungen, die CeBIT als «Profi-Messe» für Unternehmen auszurichten.

Doch: Der CeBIT fehlt es inzwischen dramatisch an prominenten Figuren aus der IT-Branche. Microsoft-Chef Steve Ballmer, Google-Chef Eric Schmidt, Sony-Chef Howard Stringer: Genau vor zwei Wochen gaben sich diese Industriekapitäne in Barcelona die Ehre. Die CeBIT kann da gerade mal mit dem ersten öffentlichen Auftritt des neuen SAP- Führungsgespanns Jim Hagemann Snabe und Bill McDermott aufwarten.

Deutlich wurde das Problem schon im vergangenen Jahr. Da versuchte die CeBIT, auf den Zug des «Web 2.0» mit seinen boomenden Online- Netzwerken aufzuspringen. Sie prägte den Kunstbegriff «Webciety» (eine Kombination aus Web und Society), Raue wollte Leitfiguren wie Facebook-Gründer Mark Zuckerberg nach Hannover holen. Zuckerberg kam nicht und stattdessen mussten auf der CeBIT-Pressekonferenz zum Thema die Herren vom BITKOM über den Trend zum Mitmach-Internet berichten. Der Facebook-Gründer stellte stattdessen ausgerechnet während der Messe eine grundlegende Neugestaltung des Online-Netzwerks vor. Zuhause in Kalifornien, dort, wo das Herz der Internet-Welt schlägt.

Computer / Telekommunikation / Internet / Messen / CeBIT
01.03.2010 · 21:55 Uhr
[0 Kommentare]

Die aktuellen Schlagzeilen

 
Es liegen momentan keine neuen Nachrichten vor.
 

News-Suche

 

News-Archiv

 
Diese Woche
18.10.2017(Heute)
17.10.2017(Gestern)
16.10.2017(Mo)
Letzte Woche
Vorletzte Woche
Top News

Weitere Themen