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Analyse: Der Streit in der Mandela-Familie

Mandla Mandela träumte von einer zentralen Mandela-Gedenkstätte. Foto: strGroßansicht

Kapstadt (dpa) - Der schwer kranke Nelson Mandela wird zuletzt kaum noch wahr genommen haben, wie zerstritten seine Familie ist. Dabei geht es nicht um private Zankereien, sondern eher um Macht, Ruhm und Millionen.

Während der südafrikanische Nationalheld im Sommer im Krankenhaus wegen einer schweren Lungenentzündung mit dem Tod rang, trug seine Familie ihren Zwist zum Teil offen vor Gericht sowie den Kameras und Mikrofonen der internationalen Medien aus.

Im Zentrum des Konflikts stand Mandelas Enkel, Mandla. Der wollte unbedingt, dass sein berühmter Großvater einmal in Mvezo begraben wird. Hier, tief in der Provinz Ostkap befindet sich der eigentliche Geburtsort Nelson Mandelas - der aber erklärtermaßen in dem nicht weit entfernten Qunu begraben werden wollte, dem Ort, wo er aufgewachsen war.

Der 39-Jährige Mandla, der in Mvezo wie einst sein Großvater traditioneller Führer des Dorfes ist, wollte das verhindern. Der Politologe ist das einzige Familienmitglied, das in die Politik ging und Abgeordneter der Regierungspartei ANC wurde. Wohl auch deshalb bekam er Zugriff auf Staatsgelder. Straßen wurden gebaut, ein Hotel, eine Unterkunft für Rucksackreisende, ein Museum und Lokale. Besitzer ist eine Staatsstiftung, Vorsitzender Mandla Mandela.

Die Attraktion der Anlage sollte einmal die Grabstätte Nelson Mandelas werden, in dem Dorf, in dem er am 18. Juli 1918 geboren wurde. Mandla Mandela hätte seinen Traum von einer zentralen Mandela-Gedenkstätte, die für viele Jahre einen Strom von Pilgern und Touristen anlocken würde, fast verwirklicht.

Allerdings verhinderte die Familie das schließlich vor Gericht, obwohl Mandla zuvor eigenmächtig die sterblichen Überreste von drei gestorbenen Kindern Mandelas - Thembekile, Makaziwe und Makgatho - aus den früheren Gräbern in Qunu nach Mvezo umgebettet hatte. Das wurde wieder rückgängig gemacht.

Mandla Mandela warf seinen Verwandten vor, sie wollten nur Zugriff auf den Familienbesitz bekommen. Der Ex-Präsident hatte vor allem mit Büchern und Andenken ein Millionenvermögen angehäuft. Das meiste Geld floss in eine Stiftung und in zwei Nelson-Mandela-Fonds. Den Zugang zu diesen Geldern wollten im Frühjahr seine Töchter Zenani (54) und Makaziwe (60) vor Gericht durchsetzen. Ziel war es auch, die Treuhänder ihres Vaters, die Anwälte Bally Chuene und George Bizos, sowie Wohnungsbauminister Tokyo Sexwale, zu entmachten. Inzwischen haben die Töchter die Klage zurück gezogen.

Politik / Mandela / Reaktionen / Südafrika
06.12.2013 · 15:29 Uhr
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