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Analyse: Das «Drama» vom Hudson

Polizeiboote suchen auf dem Hudson River in New York nach Opfern des Flugzeugunglücks.Großansicht
New York (dpa) - Das erhoffte «Wunder vom Hudson» ist ausgeblieben. «Es wird kein glückliches Ende geben», prophezeite der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg schon wenige Stunden nach der Kollision eines Hubschraubers mit einem Kleinflugzeug über dem New Yorker Hudson River.

Die Suche nach Überlebenden in dem trüben Wasser war längst zu einer Bergung der Toten geworden. Neun Menschenleben forderte der Zusammenstoß, der Bloomberg zufolge «kaum zu überleben war».

An Bord des Hubschraubers waren neben dem Piloten fünf Urlauber aus Italien, die am Samstagmittag bei strahlend blauem Himmel zu einem Rundflug mit Blick auf die Skyline Manhattans gestartet waren. Das Sightseeing-Unternehmen Liberty Helicopter hatte auf seiner Webseite ein «im Leben einmaliges Erlebnis» versprochen. Das Privatflugzeug wurde Medienberichten zufolge von seinem Besitzer Steven Altman gesteuert, er hatte seinen Bruder Daniel und seinen Neffen Douglas mit an Bord.

Im vergangen Januar hatte ein Pilot mit einer spektakulären Notlandung auf dem Hudson River 155 Menschen das Leben gerettet. Die ganze Welt sprach vom «Wunder vom Hudson». Nach dem Start des voll besetzten Flugzeugs waren beide Motoren ausgefallen, weil Kanadische Gänse in die Triebwerke geraten waren. Nach der riskanten Notlandung wurden alle Passagiere in einer spektakulären Aktion von Fähren und Booten gerettet.

Den Schaulustigen und Spaziergängern am Hudson-Ufer bot sich am Samstag ein ganz anderes Bild. Ein Jogger erzählte «Newsday» von einer Leiche, die die Bergungsteams an einen Pier unter Tüchern abgelegt hatten. Taucher entdeckten in dem trüben Wasser in etwa zehn Metern Tiefe zunächst Wrackteile des Hubschraubers. Das Flugzeug wurde in tieferem Gewässer weiter zur Flussmitte hin vermutet. Schlechte Sicht und starke Strömungen erschwerten die Bergungsarbeiten.

Ein lauter Knall habe sie aus der Mittagsruhe am Fluss gerissen, berichteten Augenzeugen über die tödliche Kollision. Der Spaziergänger Colin Rich erzählte dem Sender CNN, dass das Flugzeug den Hubschrauber streifte und nach einem kurzen Weiterflug aus rund 30 Metern Höhe ins Wasser stürzte. Ein Flügel sei bei dem Zusammenstoß abgebrochen. «Wir hielten die Hände über den Kopf», sagte Scott Schuman, um sich vor herumfliegenden Trümmern zu schützen. «Ich schaute hoch und sah Teile des Propellers in der Luft», zitierte die «New York Daily News» eine Augenzeugin. «Wie ein Stein» sei der Hubschrauber ins Wasser gefallen, beschrieb Arnold Stevens das Unglück.

Bloomberg sprach von einer «großen Tragödie». Die Rettungsteams hätten vorbildlich und schnell reagiert, doch es sei nichts mehr zu retten gewesen. Über die Unglücksursache wurde zunächst nichts bekannt. Die Untersuchung könnte Wochen oder Monate dauern.

Luftverkehr / Unfälle / USA
09.08.2009 · 16:14 Uhr
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