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Analyse: Auch Japan in Sorge wegen GM-Insolvenz

Japanischer AutomobilexportGroßansicht
Tokio (dpa) - Die Nachricht von der Insolvenz des einst weltgrößten Autoherstellers General Motors (GM) ist in der Heimat seines alten Rivalen Toyota nicht ohne Sorgen aufgenommen worden.

Zwar rechnen Branchenexperten damit, dass Japans Autobauer ihren Entwicklungsvorsprung bei grüner Technologie für Hybrid- oder Elektroautos angesichts der Krise der US-Konkurrenz weiter ausbauen und GM und Chrsyler Marktanteile abnehmen können. Sorgen bereitet den Japanern jedoch die Folgen der GM-Insolvenz auf die eigenen Zulieferer sowie längerfristig auch auf die US-Volkswirtschaft.

Da viele Teilezulieferer und Händler von General Motors Beziehungen auch zu vielen japanischen Unternehmen haben, warnen Experten davor, dass eine Reihe japanischer Zulieferer am Ende zusammenbrechen könnten. Bei vielen sank der Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr bereits drastisch. Laut dem japanischen Kreditforschungsinstitut Teikoku Databank stehen insgesamt 133 japanische Firmen in Geschäftsbeziehungen mit der GM-Gruppe.

Viele der meist kleinen und mittleren Unternehmen müssen nach Einschätzung japanischer Experten befürchten, ausstehende Verkaufskredite nicht mehr eintreiben zu können. Um die Firmen zu schützen, will die japanische Regierung laut Medienberichten einen Notfonds für klein- und mittelständische Firmen einsetzen, den sie als Teil ihrer Konjunkturpakete aufgelegt hat. Zudem haben demnach Firmen wie Denso und Bridgestone bereits geplante Hilfen der US-Regierung beantragt oder erwägen dies. Allerdings dürften nicht alle betroffenen japanischen Zulieferunternehmen anspruchsberechtigt sein.

Da jeder heutzutage mit einer solchen Eventualität rechnen müsse, liefen in der Zuliefererbranche viele Vorbereitungen, um «dramatische Konsequenzen» für die übrige Industrie abzuwenden, sagte unlängst Nissan-Chef Carlos Ghosn. So will auch Branchenprimus Toyota sicherstellen, dass es zu keinen negativen Auswirkungen auf die Belieferung seiner eigenen Fabriken kommt. Toyota verfügt über rund 500 Teile- und Materialzulieferer in Nordamerika, von denen rund 60 Prozent auch die Big Three - GM, Ford und Chrysler - aus Detroit beliefern. Derweil bemühen sich japanische Zulieferer auch selbst darum, möglichst Aufträge von Firmen hereinzuholen, mit denen sie bislang keine Beziehungen hatten.

So konnte Kasai Kogyo, ein Hersteller von Autoinneneinrichtungen mit Sitz in Tokios Nachbarprovinz Kanagawa laut der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo erstmals Aufträge von Volkswagen über Türen und Dachteile an Land ziehen, die VW in seinem neuen Werk im amerikanischen Teneessee verwenden will. Japanische Teilehersteller bräuchten «Partnerschaften, die zu einer Kürzung der Fix-Kosten führen», sagte Hisataka Nobumoto, Präsident von Akebono Brake Industry, kürzlich der japanischen Wirtschaftszeitung «Nikkei».

Andererseits sei es sehr wahrscheinlich, dass GM schnell wieder auf die Beine komme, so Nobumoto. Auch bei japanischen Autobauern wie Toyota oder Suzuki wartet man erstmal ab, inwieweit sich die anstehenden Umstrukturierungsbemühungen bei GM auf sie selbst auswirken. Bei Toyota ist man jedoch zuversichtlich, ein mit GM betriebenes Gemeinschaftsunternehmen fortzuführen, wie die «Nikkei» erfuhr. Auch bei Suzuki ist man demnach optimistisch, dass ein mit dem US-Konzern betriebenes Joint venture in Kanada bei GMs anstehender Umstrukturierung eine Schlüsselrolle spielen dürfte.

Andererseits gibt es in Japan Sorgen um die mittel- bis langfristigen Folgen der GM-Insolvenz auf die US-Wirtschaft. Das Vertrauen der Verbraucher drohe weiter zu sinken und die Rezession sich zu verschärfen, was für viele japanische Autokonzerne ein weiterer Schlag wäre, nachdem sie durch die globale Absatzkrise tief in die roten Zahlen gerutscht sind. Sollte zudem in Folge der Staatshilfen für GM das US-Staatsdefizit weiter anschwellen, könnte dies zu Kursrückgängen beim Dollar, Anleihen und Aktien führen.

Ein dadurch bewirktes Anziehen des Yen mit entsprechenden Folgen für japanische Exportunternehmen, steigende langfristige Zinsen sowie Einbußen am Aktienmarkt hätten negative Folgen für Japans Wirtschaft, warnt Takahide Kiuchi, Chefvolkswirt bei Nomura Securities in Tokio. Dass die Börse in Tokio am Montag trotz der GM-Insolvenz deutlich anzog - der Nikkei-Index legte um 1,6 Prozent zu - lag nach Angaben von Händlern nicht zuletzt an neuen guten Konjunkturdaten für China. Dies habe dem japanischen Markt ein Gefühl der Sicherheit gegeben.

Auto / Japan / USA
01.06.2009 · 11:46 Uhr
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