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Amt: Asse-Schlamperei belastet Endlagersuche

Ein Warnschild in der Schachtanlage Asse II in Remlingen bei Wolfenbüttel. (Archivfoto)Großansicht
Stuttgart (dpa) - Die gravierenden Mängel des Atommüll-Lagers Asse erschweren aus Sicht des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) auch die Suche nach einem Endlager. «Die Glaubwürdigkeit in das Handeln auch staatlicher Institutionen ist massiv beeinträchtigt.»

Dies sagte BfS-Präsident Wolfram König im ARD-«Morgenmagazin». Beim Lager Asse hätten Betreiber, Behörden und Wissenschaftler jahrelang über die Mängel geschwiegen, erläuterte König am Montag bei der Eröffnung einer Ausstellung über Atommüll-Lagerung in Stuttgart. «Es sind Risiken verschwiegen worden, und es sind Risiken vorher nicht betrachtet worden.» Man habe aus ökonomischen Interessen eine Entsorgung betrieben, weil man die Kernenergie ausbauen wollte.

König rief die Parteien auf, sich im Streit über den Standort für ein Atommüll-Endlager zügig zu einigen. Die Debatte über längere Laufzeiten von Reaktoren schade der Suche nach einem Endlager ebenfalls. «Wir brauchen klare Randbedingungen und Planungssicherheit. Ganz wesentlich für die Akzeptanz eines Endlagers ist, dass die Abfallmengen begrenzt werden», sagte König weiter. Diskussionen über längere Laufzeiten machten die Lösung des Problems nicht leichter.

Der BfS-Chef sprach auch von einem Versagen der Wissenschaft. Es sei sieben bis acht Jahre lang verschwiegen worden, dass in das ehemalige Bergwerk Asse Wasser eindringt, dass der Strahlenschutz mangelhaft ist und dass es keine ausreichenden Rechtsgrundlagen gibt. Am Wochenende war bekanntgeworden, dass in der Schachtanlage Asse II rund 28 Kilogramm Plutonium lagern - rund dreimal so viel wie bisher bekannt. Bislang war offiziell immer von 9,6 Kilogramm die Rede gewesen.

Atom / Abfall / Asse
31.08.2009 · 15:40 Uhr
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