Casino LasVegas
 
News
 

Amokläufer tötet in England 12 Menschen

Spurensuche nach AmoklaufGroßansicht
London/Whitehaven (dpa) - Hinter allem steckt vermutlich ein Erbstreit: Ein Amokläufer hat in Nordengland 12 Menschen getötet, 11 verletzt und sich anschließend selber umgebracht.

Der 52-jährige Taxifahrer begann seine todbringende Fahrt durch die Touristengegend in der Grafschaft Cumbria am Mittwochmorgen. Nachdem er vermutlich gezielt einen Rechtsanwalt, einen anderen Taxifahrer und Medienberichten zufolge auch seinen Zwillingsbruder getötet hatte, fuhr er mit einem Auto durch die Dörfer um die Hafenstadt Whitehaven und schoss wahllos Passanten nieder. Am frühen Nachmittag fand die Polizei ihn tot in einem Waldstück.

Zu den Gründen, warum der als «ganz normaler Kerl» beschriebene Mann ausrastete, wollte die Polizei am Donnerstag zunächst nichts sagen. Medien berichteten übereinstimmend, dass es einen Streit um das Testament seiner todkranken Mutter gegeben habe. Ein Sprecher der Polizei von Cumbria bat um Verständnis, dass die Motive derzeit noch unklar seien: «Unsere Polizisten versuchen, eine präzise Zeitfolge der Ereignisse aufzustellen und die exakte Route zu identifizieren, die der Mann gefahren ist.»

Der Amoklauf hatte am Mittwochmittag die gesamte Region in Panik versetzt. Nachdem in Whitehaven der tote Taxifahrer gefunden worden war, startete die Polizei eine großangelegte Suchaktion mit Hubschraubern. Der Mann, der aus der Region stammte und sich bestens auskannte, nutzte auf seiner Amok-Tour offenbar viele kleine, unbekanntere Wege.

Zu den Opfern gehören unter anderem ein 30 Jahre alter Mann, der gerade eine Hecke schnitt, sowie eine ältere Frau, die Kataloge austrug. Auch ein älterer Radfahrer und ein Ehepaar kamen dem Amokläufer offenbar durch Zufall vor das Gewehr.

Das dünn besiedelte Gebiet gehört wegen seiner Naturschönheit zu den wichtigsten Touristengegenden Großbritanniens. Die Polizei hatte vor allem Angst um die Wanderer, die an dem sonnigen Tag unterwegs waren. Während der Suche nach dem Amokläufer wurden die Menschen aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben. Gaststätten-Besitzer wurden gebeten, Touristen bei sich in Sicherheit zu bringen. Die Tore des nahe gelegene Atomkraftwerks Sellafield wurden geschlossen.

Die Zeitung «Daily Telegraph» schrieb, dass aus dem zerbrochenen Fenster des Autos, mit dem der Mann unterwegs war, ein riesiges Gewehr gehangen habe. In dem Dorf Rowrah, in dem der 52-Jährige lebte, herrschte Fassungslosigkeit. Eine Frau, die ihn von der Arbeit am Taxistand kannte, sagte: «Wir sind im Moment wie betäubt. Wir wollen einfach nur wissen, warum er das getan hat.»

Am Donnerstag kamen immer mehr Details über den Täter ans Licht. Er soll geschieden gewesen sein und alleine gelebt haben. Seine zwei Söhne sowie seine Brüder und seine Ex-Frau lebten in der Nähe. Nachbarn und Kollegen beschrieben ihn als «ganz normalen Kerl», freundlich und sympathisch. Er hatte einen Waffenschein, da er auch gerne auf die Jagd ging. Berichte, dass ein Gewehr und eine Schrotflinte gefunden worden seien, bestätigte die Polizei zunächst nicht.

Amokläufe sind in Großbritannien seltener als in anderen europäischen Ländern. 1996 hatte ein Mann in der schottischen Stadt Dunblane 16 Schüler und einen Lehrer erschossen. 1987 tötete ein 27- Jähriger in der Stadt Hungerford in Südengland 16 Menschen, einschließlich seiner Mutter, und anschließend sich selbst.

Das Waffenrecht im Königreich gehört zu den schärfsten der Welt. Bevor jemand eine Waffe besitzen darf, muss er unter anderem eine Art Bewerbung bei den Behörden einreichen und wird in einem Gespräch geprüft. Auch Stellungnahmen eines Arztes sind nötig.

Die Queen drückte ihr Mitgefühl für die Familien der Opfer und die Verletzten aus. Sie sei «tief bestürzt» und teile «die Trauer und das Grauen» des Landes, schrieb Elizabeth II. in einer offiziellen Nachricht. Premierminister David Cameron kündigte an, an diesem Freitag in die Region reisen zu wollen.

Großbrtiannien / Kriminalität
03.06.2010 · 15:05 Uhr
[0 Kommentare]

Die aktuellen Schlagzeilen

 
 

 

News-Archiv

 
Diese Woche
18.01.2017(Heute)
17.01.2017(Gestern)
16.01.2017(Mo)
Letzte Woche
Vorletzte Woche
Top News

Weitere Themen