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Amnesty International verleiht Menschenrechtspreis an Barrera Hernández

Berlin (dts) - Der Menschenrechtsverteidiger Abel Barrera Hernández und das Menschenrechtszentrum Tlachinollan werden von Amnesty International Deutschland für ihren Einsatz zugunsten der mexikanischen Ureinwohner mit dem Menschenrechtspreis ausgezeichnet. Der Preisträger befürchtet, sein Heimatland werde in Anarchie versinken, berichtet die "Frankfurter Rundschau". Der Staat habe "abgedankt", der Kampf gegen die Drogenbanden sei zum "Krieg gegen die Armen geworden", sagte der Gründer und Chef des Zentrums.

Barrera Hernández soll die Auszeichnung am 27. Mai in Berlin zum 50. Jubiläum der Organisation im Haus der Kulturen der Welt entgegennehmen. "Hier zu leben, heißt krank geboren zu werden", sagte Barrera Hernández. Das Leben der indigenen Völker Mittelamerikas sei geprägt von Hunger und Analphabetismus. "Darum ringen wir mit den Behörden um Lehrer, Ärzte, Nahrungsmittel. Auch die Justiz ist unerreichbar für die indigenen Völker." Tlachinollan verschafft den Benachteiligten eine Stimme: "Wir eröffnen ihnen Zugang zur Justiz, stellen Übersetzer." Der 50-Jährige, der zunächst eine Priesterausbildung absolvierte, sieht sich und seine Mitstreiter als "Vermittler zwischen Bürgern, die beim Staat mit ihren Anliegen kein Gehör finden". Barrera Hernández beklagt, das sich die Region angesichts des staatlichen Kampfes gegen die Drogenbarone militarisiert habe. "Vor allem die Indigenen sind Folter, Verschleppungen und Hausdurchsuchungen ausgesetzt. Armut wird zum Straftatbestand. Wir Menschenrechtsverteidiger sind unerwünschte Personen für die Regierung, weil wir angesichts der Missstände die Stimme erheben." Den mit 10.000 Euro dotierten Preis will Barrera Hernández mit den Betroffenen teilen. Er und seine Mitarbeiter hätten sich "unter hohem persönlichen Risiko für die Rechte der indigenen Bevölkerung" eingesetzt, begründet Amnesty International die Auszeichnung. Unter anderem hätten sie mehrere Fälle von Vergewaltigung und Misshandlung durch Soldaten bis vor den Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte gebracht.
DEU / Mexiko / Gesellschaft
19.03.2011 · 01:00 Uhr
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