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Altmaier sorgt sich um globale Erderwärmung

Bundesumweltminister Peter Altmaier ruft zu mehr Einsatz im Kampf gegen die Erderwärmung auf. Foto: Wolfgang KummGroßansicht

Berlin (dpa) - Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) hat die 35 Teilnehmerstaaten des 3. Petersberger Klimadialogs zu mehr Einsatz im Kampf gegen die Erderwärmung aufgerufen. Die bisherigen Zusagen reichten nicht aus, um die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, sagte er am Montag in Berlin.

Eine solche Erwärmung gilt gerade noch als beherrschbar. «Wir wollen dafür sorgen, den internationalen Klimaschutz wieder flott zu machen», sagte Altmaier. Die vergangenen Jahre gehörten zu den wärmsten seit Beginn der Temperaturaufzeichnung, dennoch ist beim Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen keine Trendwende erkennbar. Katars Vizepremierminister Abdullah bin Hamad Al-Attiyah sprach von schweren Verhandlungen, um - wie beim UN-Klimagipfel im südafrikanischen Durban beschlossen - bis 2015 das geplante bindende Weltklimaabkommen zu schaffen.

Katar, das Land mit dem höchsten Pro-Kopf-CO2-Ausstoß der Welt, richtet Ende des Jahres den nächsten UN-Klimagipfel aus. «Wie können wir ein Ergebnis erzielen, das für alle Verhandlungspartner akzeptabel ist?» fragte bin Hamad Al-Attiyah mit Blick auf die unterschiedlich ambitionierten Klimaziele der 193 UN-Staaten. Für das öl- und gasreiche Land kündigte er eine verstärkte Initiative für Energieeffizienz und erneuerbare Energien an.

Ende 2012 läuft das bisher einzige bindende Klimaschutzabkommen aus, das Kyoto-Protokoll. Es umfasst inzwischen ohnehin nur noch 15 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen, soll aber für die Übergangszeit bis zum Weltklima-Vertrag weiter gelten, der spätestens 2020 in Kraft treten soll. «Wir müssen klären, wie lange die zweite Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls dauern soll, die am 1. Januar 2013 beginnt», sagte Katars Vizepremier.

Altmaier nannte als Hauptthemen des Klimadialogs die Probleme, das Zwei-Grad-Ziel noch zu schaffen und die Finanzzusagen für besonders vom Klimawandel betroffene Länder zu treffen. Dazu soll ein grüner Klimafonds geschaffen werden, der ab 2020 mit bis zu 100 Milliarden Dollar jährlich gefüllt wird. Um dessen Sitz bewirbt sich auch Bonn. Bei der Organisation des Klimafonds gibt es aber zeitliche Verzögerungen. Über den Sitz soll bei der UN-Klimakonferenz in Katar entschieden werden.

Altmaier betonte, die Schuldenkrise in Europa dürfe kein Vorwand sein, um bei der Finanzierung von mehr Klimaschutz nachzulassen. Es müssten verstärkt private Investoren gewonnen werden. Er forderte insgesamt mehr Ehrgeiz und eine Überwindung des kurzfristigen Denkens. Klimaschutz dürfe mit Blick auf die Folgen von Nicht-Handeln nicht nur als ökonomischer Nachteil gesehen werden. «Mehr Handeln ist definitiv notwendig, um die Lücke zu schließen», sagte der Nachfolger Norbert Röttgens mit Blick auf das Zwei-Grad-Ziel.

Der Petersberger Dialog, der bei seiner Premiere auf dem Bonner Petersberg stattfand und seit 2011 in Berlin abgehalten wird, dient der Vorbereitung des UN-Klimagipfels. Getagt wird weitgehend nicht-öffentlich, um das Vertrauen zwischen den 35 teilnehmenden Staaten zu erhöhen. Auch China und die USA, die zusammen mehr als 40 Prozent der klimaschädlichen Emissionen verursachen, nehmen teil. Am Nachmittag sollte auch Kanzlerin Angela Merkel eine Rede halten.

Umwelt / Klima / Energie
16.07.2012 · 12:28 Uhr
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