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Altkanzler Schmidt fordert Zusammenarbeit politischer und religiöser Führer

Hamburg (dts) - Der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt hat angesichts der weltweiten Verschiebung der Machtbalance eine engere internationale Zusammenarbeit gefordert. "Heute leben wir in einer multipolaren Welt, deren Schwerpunkt sich vom euro-amerikanischen Westen in Richtung China, nach Ost- und Südasien verschiebt. Das Bewusstsein, in einer multireligiösen und multikulturellen Welt zu leben, teilt sich zunehmend den Menschen in allen Kontinenten mit", schreibt Schmidt in seinem neuen Buch "Religion in der Verantwortung. Gefährdungen des Friedens im Zeitalter der Globalisierung", aus dem die "Zeit" einen Auszug druckt.

Schmidt schreibt, "nicht nur die technologische und ökonomische Globalisierung, sondern auch die globale Über-Rüstung sollte die politischen und religiösen Führer zur Kooperation zwingen. Tatsächlich stecken wir noch in den Anfängen der globalen Zusammenarbeit. Wo ökonomische, soziale oder politische Missstände massenhafte Unzufriedenheit auslösen, eröffnen sich Möglichkeiten für religiösen Fundamentalismus in einem Maße, das es im 19. und 20. Jahrhundert nicht gegeben hat." Damit wachse die Wahrscheinlichkeit von Kriegen und Aufständen. Zwar gebe es ein verbreitetes Bewusstsein von der Existenz eines Völkerrechts, "aber gleichzeitig nimmt die Wucht der Kriege gewaltig zu". Zwar hätten die Staaten "durch die Vereinten Nationen und ihren Sicherheitsrat, durch Weltbank, Weltwährungsfonds und Welthandelsorganisation vernünftige Steuerungsmechanismen geschaffen, aber gleichzeitig nehmen die Verstöße gegen internationale Regeln zu."
DEU / Religion / Weltpolitik
13.04.2011 · 13:37 Uhr
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