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Altbundespräsident Herzog kritisiert Bildungsreformen

Berlin (dts) - Altbundespräsident Roman Herzog hat die Bildungs­reformen der vergangenen Jahre kritisiert. Projekte wie die Umstellung auf Bachelor-Studiengänge oder die Einführung von Gemeinschaftsschulen seien "in erster Linie Organisations­spielereien", die "im überwiegenden Interesse der Lehrer" veranstaltet worden seien, sagte Herzog im Interview mit dem Nachrichten­magazin "Focus". "Der Volksschullehrer wollte lieber Gymnasiallehrer spielen, der Gymnasiallehrer lieber Universitäts­professor, der Universitätsprofessor lieber Nobelpreisträger."

Er sei davon überzeugt, dass es "nicht vorrangig entscheidend" sei, wie man das Schulwesen organisiere, sondern was gelehrt werde, so Herzog. "Wichtig sind einige Kernkompetenzen wie Lesen, Schreiben, Rechnen, ein Überblick über die Geschichte, Fremdsprachen. Und dann vor allem der Umgang mit dem Internet. Wir müssen den Kindern beibringen, dass man sich mit dem Internet Wissen beschaffen kann, das die Schule nicht mehr vermittelt." Herzog sprach sich in "Focus" für "bundesweit gemeinsame Prüfungen" aus. Damit könnten große Leistungsunterschiede zwischen Schülern aus verschiedenen Bundesländern ausgeglichen werden.
DEU / Bildung
13.05.2012 · 08:14 Uhr
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