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«Alles symbolisch» - Nüchterner Start zur Maut-Ausweitung

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (l) und Toll-Collect-Chef Hanns-Karsten Kirchmann zeigen in der Toll-Collect-Zentrale in Berlin Tickets für die Lkw-Maut. Foto: Britta PedersenGroßansicht

Berlin (dpa) - Es ist eine neue Etappe für die Lkw-Maut: Außer auf Autobahnen wird sie nun auch auf vierspurigen Bundesstraßen im ganzen Land kassiert. In der Premierennacht braucht man dafür noch einige Fantasie.

Es gibt keine Bildschirme, auf denen sich Lastwagen als kleine Lichtpunkte blinkend über die Verkehrsadern der Republik bewegen wie Jets auf den Monitoren der Fluglotsen. Und überhaupt fällt der Start zur Ausdehnung der Lkw-Maut auf große Bundesstraßen in Deutschland eher nüchtern aus. «Alles, was wir heute machen, ist symbolisch», sagt Hanns-Karsten Kirchmann, Chef der Betreiberfirma Toll Collect, als er Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer in der Berliner Unternehmenszentrale begrüßt. Nach einem Computer-Countdown drücken beide um Punkt 0.00 Uhr auf einen roten Knopf - künftig soll das ganz reale Millionensummen in die klamme Bundeskasse lenken.

Die schon auf den Autobahnen erprobte satellitengestützte Technik ermöglicht nun extra Maut-Einnahmen auf 1135 Kilometern Bundesstraße. Die chronische Geldnot bei milliardenteuren Modernisierungsprojekten für marode Brücken und strapazierte Fahrbahnen soll das wenigstens etwas mildern. «Jeder, der jetzt zusätzlich diese Lkw-Maut bezahlt, hat unmittelbar einen Nutzen davon», versichert Ramsauer gleich am frühen Mittwochmorgen noch einmal. Die Einnahmen von erhofft 100 Millionen Euro im Jahr kämen schließlich direkt der Straße zugute.

Dabei könnte es noch mehr sein. Umwelt- und Verkehrsverbände fordern, Lastwagen auf dem gesamten, knapp 40 000 Kilometer langen Bundesstraßennetz zur Kasse zu bitten. Oder gleich auf allen Straßen. Doch Ramsauer argumentiert, sich angesichts der komplexen Technik lieber «auf solidem Fundament Stück für Stück voranzubewegen». Und die aktuelle Ausweitung um fast ein Zehntel der mautpflichtigen Kilometer, «das ist doch schon etwas.»

Von Anfang an beruhigen will der Minister besorgte Kommunen, die nun Lärm durch tonnenschwere Lkws fürchten, wenn Brummis von neuen Maut-Bundesstraßen auf kleinere Gratis-Routen ausweichen. Es sei doch «praktisch ausgeschlossen», dass ein Lkw, der die letzen fünf oder zehn Kilometer zur Autobahn über eine vierspurige Bundesstraße muss, «dann einen großen Bogen macht und durch Dörfer kurvt».

In der Mautzentrale in Berlin zieht Toll-Collect-Chef Kirchmann für seinen Auftraggeber noch ein Gebührenticket für 11,99 Euro aus einem Automaten, der - ganz symbolisch - im Kopierraum steht. So können es auch Lkw-Fahrer an Tankstellen machen. Mehr als 720 000 Lastwagen haben aber automatische Bordcomputer, die neuen Strecken wurden dort schon aufgespielt. Kurz nach der Auftaktzeremonie wird es dann auch doch schon real: Von Bundesstraßen im nachtdunklen Land laufen Daten der ersten 1391 durchfahrenen Kilometer ein.

Verkehr / Maut
01.08.2012 · 08:00 Uhr
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