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Alice Schwarzer als Zeugin im Kachelmann-Prozess

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Mannheim/Zürich (dpa) - Deutschlands bekannteste Frauenrechtlerin, Alice Schwarzer, soll an diesem Mittwoch als Zeugin im Prozess gegen den Wettermoderator Jörg Kachelmann vernommen werden. Sie ist für den Nachmittag geladen.

Kachelmanns Anwalt hatte die Vernehmung Schwarzers beantragt, die für die «Bild»-Zeitung über das Verfahren berichtet. Der Anwalt warf ihr einen «öffentlichen Feldzug» gegen seinen Mandanten vor. Unterdessen können Richter und Staatsanwälte des Landgerichts Mannheim zur Vernehmung einer Frau in die Schweiz fahren, die das Magazin «Focus» als neue angebliche Belastungszeugin präsentiert hatte.

Schwarzer hatte den Gerichtssaal vergangene Woche nach dem Antrag von Anwalt Johann Schwenn verlassen müssen. Schwenn möchte Schwarzer zu ihren Kontakten mit dem Therapeuten von Kachelmanns Ex-Freundin, Günter Seidler, befragen. Schwarzer bezeichnet den Vorwurf eines «öffentlichen Feldzugs» als «absurd». Sie ist für Mittwochnachmittag als Zeugin geladen, wie das Landgericht Mannheim am Dienstag mitteilte.

Wenn die Vernehmung abgeschlossen ist, kann Schwarzer wieder an dem Prozess teilnehmen. Kachelmanns Ex-Geliebte beschuldigt den Moderator sie mit einem Messer bedroht und vergewaltigt zu haben. Der 52-jährige Schweizer bestreitet dies.

Wann sich das Landgericht auf den Weg in die Schweiz macht, ist derzeit offen. Ort und Zeitpunkt der Vernehmung werden nicht bekanntgegeben, weil es sich um eine nichtöffentliche Vernehmung handelt. Die Mannheimer dürfen die Frau auch nicht direkt befragen, sondern nur über den Schweizer Staatsanwalt. Die Zeugin hat bisher keine Beschwerde gegen ihre Befragung in Anwesenheit der Mannheimer eingelegt. Deshalb werde jetzt eine Vorladung erlassen, sagte der Züricher Staatsanwalt, Marcel Strassburger am Dienstag.

Nach Einschätzung von Kachelmanns Pflichtverteidigerin Andrea Combé dürfte die Schweiz-Reise in den nächsten zwei Wochen anstehen. Die Anwältin, die gemeinsam mit Wahlverteidiger Schwenn nach Zürich fahren wird, zeigte sich gelassen: «Wir denken nicht, dass die Zeugin den Tatvorwurf gegen unseren Mandanten stützen wird.»

Staatsanwaltschaft und Landgericht wollten sich nicht äußern. Voraussichtlich werden vier Richter des Landgerichts sowie die beiden Staatsanwälte Lars-Torben Oltrogge und Oskar Gattner nach Zürich fahren.

Unterdessen wird Kachelmann nach Beschwerden von Hörern nicht mehr das Wetter beim Schweizer Sender Radio Sunshine präsentieren. Radio Sunshine habe entschieden, «aufgrund diverser Reaktionen aus der Hörerschaft, bis auf weiteres auf Wettermoderationen mit Jörg Kachelmann zu verzichten», hieß es am Dienstag in einer schriftlichen Stellungnahme.

Nähere Angaben zu den Reaktionen wurden zunächst nicht gemacht, in Medienberichten wurden «Negativreaktionen» genannt. Kachelmann hatte am vergangenen Freitag erst zum zweiten Mal das Wetter bei dem Zentralschweizer Sender präsentiert. Beim Sender Radio Basel ist Kachelmann dagegen weiter auf Sendung, dort präsentiert er jeweils freitags das Wochenendwetter.

Prozesse / Kriminalität / Medien
08.02.2011 · 16:28 Uhr
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