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Al-Sawahiri ist neuer Anführer von Al-Kaida

Der Ägypter Eiman al-Sawahiri solle als «Emir» von Al Kaida den «Heiligen Krieg» fortsetzen, gab die Terrororganisation in einem Video bekannt.

Istanbul/Islamabad (dpa) - Gut sechs Wochen nach dem Tod von Osama bin Laden hat sich das Terrornetzwerk Al-Kaida einen neuen Anführer gegeben: den Ägypter Eiman al-Sawahiri.

In einer am Donnerstag auf einer einschlägigen Islamisten-Website veröffentlichten Botschaft hieß es, das «Generalkommando» von Al-Kaida habe nach ausführlichen Debatten beschlossen, dass Al-Sawahiri der Nachfolger Bin Ladens werden solle. Wie sein Vorgänger lebt auch Al-Sawahiri im Untergrund, zuletzt gab es Hinweise darauf, dass er sich im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet aufhält.

Die Terroristen nahmen die Ernennung Al-Sawahiris zum neuen «Emir» zum Anlass, um ihre Position zu verschiedenen grundlegenden Fragen darzustellen. In der Botschaft heißt es unter anderem: «Wir bereiten uns vor für den Heiligen Krieg gegen die ungläubigen Invasoren und an ihrer Spitze die Kreuzfahrer aus den USA und ihr Mündel Israel sowie gegen jeden Herrscher, der sie unterstützt.»

Außerdem erklärten die Terroristen: «Wir loben die arabischen Revolutionen in Ägypten, Tunesien, Libyen, im Jemen, in Syrien und in Marokko, und wir ermutigen auch die anderen muslimischen Völker, ihre korrupten Regime zu stürzen.»

Bin Laden war Anfang Mai von einem US-Spezialkommando in seinem Versteck in Pakistan getötet worden. Vor etwa einem Monat hatten Islamisten in Pakistan berichtet, der Ägypter Saif al-Adel solle für eine Übergangszeit neuer Anführer der Terroristen werden. Anschließend solle umfassend beraten werden, wer langfristig die Nachfolge des «Märtyrers» Bin Laden antrete.

Die Authentizität der neuen Al-Kaida-Botschaft ließ sich nicht überprüfen. Der Inhalt und die Art und Weise, wie sie veröffentlicht wurde, legt jedoch die Vermutung nahe, dass sie tatsächlich von der Führungsebene des Terrornetzwerkes stammt. Al-Sawahiri galt zu Lebzeiten Bin Ladens bereits als Nummer zwei an der Spitze des Terrornetzwerkes.

Schon in einer vor wenigen Tagen veröffentlichten Botschaft des Ägypters, in der er unter anderem über die Tötung Bin Ladens gesprochen hatte, war angeklungen, dass sich Al-Sawahiri in der Rolle des neuen Al-Kaida-Anführers sieht. In den vergangenen Jahren hatte er sich bereits häufiger als Bin Laden mit Audio- und Video-Botschaften öffentlich zu Wort gemeldet.

Über den Aufenthaltsort des neue Al-Kaida-Chefs wird seit Jahren spekuliert. Mehrfach tauchten Hinweise auf, dass er sich an ständig wechselnden Orten im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet versteckt halten soll. Allerdings war dies auch über Osama bin Laden gesagt worden, der schließlich mitten in Pakistan aufgespürt wurde, wo er mit seinen Frauen und Kindern halbwegs komfortabel in einem größeren Haus lebte.

Der US-Sender CBS hatte Mitte 2008 unter Berufung auf die Taliban berichtet, Eiman al-Sawahiri sei bei einem Drohnenangriff in Süd-Waziristan verletzt und danach von pakistanischen Militärärzten versorgt worden. Der Bericht war jedoch sowohl von der Armee als auch von den Taliban bestritten worden. In seinen jüngsten Video-Botschaften waren zumindest in seinem Gesicht keine Spuren von Verletzungen zu erkennen.

Terrorismus / Al-Kaida
16.06.2011 · 17:25 Uhr
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