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Airlines fordern staatliche Hilfe

Brüssel (dpa) - Notleidende Airlines und Flughäfen in Europa verlangen wegen ihrer Millionenverluste infolge des Flugverbots immer lauter staatliche Unterstützung.

Der europäische Verband der Flughäfen ACI Europe und der Verband der Fluggesellschaften AEA forderten am Dienstag in einer gemeinsamen Erklärung eine «angemessene Antwort auf europäischer Ebene». Die Unternehmen fordern von ihren jeweiligen Staaten Finanzspritzen für Notfall-Leistungen wie beispielsweise Verpflegung und Übernachtungen für gestrandete Passagiere. Dies müsse europaweit abgestimmt werden.

«Allein die Flughäfen haben in den vergangenen fünf Tagen mindestens 200 Millionen Euro verloren», sagte ein Sprecher von ACI Europe auf Anfrage. Bereits in einigen Wochen könnten einige der rund 150 Airlines in Europa pleite sein, schätzte der Verband AEA, in dem alle großen europäischen Fluglinien organisiert sind. In einer gemeinsamen Mitteilung sprachen die Verbände von «der schlimmsten Blockade der europäischen Luftfahrt seit dem Zweiten Weltkrieg.»

Nach Angaben der EU-Kommission hat bislang noch keines der 27 EU- Mitgliedsländer seine Fluggesellschaften mit Staatsgeld unterstützt. Es habe noch keine Regierung bei der EU-Kommission beantragt, Airlines mit Geld unter die Arme greifen zu dürfen, sagte ein Sprecher. Staatliche Beihilfen können von nationalen Regierungen gezahlt werden - die Brüsseler EU-Wettbewerbshüter müssen die Summen aber genehmigen.

Die EU-Kommission hatte bereits in Aussicht gestellt, die Auflagen für staatliche Subventionen zu lockern und Beihilfen schneller zu genehmigen. Die Behörde will Regeln neu definieren. Innerhalb dieser Grenzen dürften die Staaten dann ihren Airlines Notfallhilfen zahlen, ohne dass sie jeweils einzeln in einem langen Verfahren in Brüssel genehmigt werden müssten.

Die Höhe der wirtschaftlichen Schäden kann die EU-Kommission noch nicht beziffern. Sie will in der kommenden Woche einen ersten Bericht über die wirtschaftlichen Folgen des Chaos im Flugverkehr nach dem Vulkanausbruch in Island vorlegen, wie Verkehrskommissar Siim Kallas vor dem Europaparlament ankündigte.

Vulkane / Luftverkehr / Konjunktur / Island
20.04.2010 · 22:37 Uhr
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