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Aigner will Patent-Schnitzel verhindern

Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner bezweifelt das Potenzial gentechnisch veränderter Lebensmittel im Kampf gegen Hunger.Großansicht
Osnabrück (dpa) - Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) will sich gegen Patente auf Fleisch stemmen. «Wir wollen keine Patente auf Nutztiere und -pflanzen», sagte sie der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Samstag).

Hintergrund ist, dass der US-Konzern Monsanto einen Patent-Antrag auf Fleisch plant, das mit genveränderten Futtermitteln erzeugt wurde. «Innovationen stelle ich mir anders vor», sagte Aigner. Auch die Umweltorganisation Greenpeace und 300 weitere Verbände hatten kürzlich in einem internationalen Appell das Verbot von Patenten auf Pflanzen, Tiere und Lebensmittel gefordert.

Aigner zog zudem das Potenzial gentechnisch veränderter Lebensmittel im Kampf gegen Hunger in Zweifel. «Stabile politische Verhältnisse, Zugang zu Maschinen und fruchtbarem Land, Kenntnisse im Anbau von Pflanzen - das sind wichtige Faktoren für den Kampf gegen Hunger in Entwicklungsländern», betonte die Ministerin. Erst danach stelle sich die Frage des Saatgutes.

Die Ministerin verteidigte ihr Vorgehen, den Anbau von Genmais verboten zu haben, den der Genkartoffel Amflora aber nicht. «Hier geht es immer um Einzelfallentscheidungen», sagte Aigner. «Es kommt auf die Art der Freisetzung an, und dazu muss man das jeweilige Produkt beachten. Keiner der Fälle ist miteinander vergleichbar.» Ein Grundsatz gelte aber immer: «Sicherheit hat Priorität».

Agrar / Gentechnik
08.05.2010 · 12:31 Uhr
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