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Ahmadinedschad bei Gipfeltreffen in Russland

Moskau (dpa) - Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad ist ungeachtet der Massenproteste gegen das Wahlergebnis in Teheran am Dienstag zu einem offiziellen Besuch nach Russland gereist.

Die erste Auslandsreise des am Freitag wiedergewählten Präsidenten zeige, wie «traditionell freundschaftlich» die Beziehungen zwischen Teheran und Moskau sind. Das sagte der russische Vizeaußenminister Sergej Rjabkow am Dienstag nach Angaben der Interfax in der Stadt Jekaterinburg im Ural. Ahmadinedschad nimmt dort am Gipfeltreffen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) teil. Ein Treffen Ahmadinedschads mit Kremlchef Dmitri Medwedew war nach russischen Angaben nicht geplant.

In Teheran, wo die Opposition den Behörden Wahlmanipulation vorwirft, hielten indes die schwersten Unruhen seit 30 Jahren an. Moskau bezeichnete die Proteste als innere Angelegenheit des Landes. Der Kreml besteht auf einer ausschließlich diplomatischen Lösung des Konflikts um mögliche Atomwaffenpläne des Irans. Zudem bauen russische Firmen das erste iranische Atomkraftwerk in Buschehr, das 2010 ans Netz gehen soll. Die von Teheran gewünschte Lieferung von russischen Raketenabwehrsystemen lehnt Moskau aber ab.

In der 2001 gegründeten SOZ bündeln Russland und China ihren Einfluss im eurasischen Raum. Zu den Mitgliedern gehören auch die zentralasiatischen Staaten Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan und Usbekistan. An dem Gipfel, auf dem Sicherheitsgespräche geplant sind, nimmt unter anderem auch Chinas Staats- und Parteichef Hu Jintao teil. Außerdem haben sich die Führungen Indiens, Pakistans und der Mongolei zu dem SOZ-Gipfel angekündigt; sie haben einen Beobachterstatus in der Organisation.

International / Russland / Iran
16.06.2009 · 08:31 Uhr
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