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Afrika-Forscher: WM bringt nur Südafrika weiter

Frankfurt/Main (dpa) - Von der Fußball-Weltmeisterschaft profitiert nach Meinung des Ethnologen Hans Peter Hahn nur Südafrika - der restliche Kontinent hat nichts von dem Großereignis.

Die Vorstellung des Fußballweltverbandes FIFA, dass ganz Afrika Vorteile aus der weltweit beachteten Sportveranstaltung ziehen könne, habe sich nicht bestätigt: «Es ist einfach nichts passiert», stellte der Professor an der Frankfurter Goethe-Universität im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa fest.

In Südafrika seien dank der Weltmeisterschaft etwa Arbeitsplätze geschaffen und die Infrastruktur verbessert worden. «In dem Land tut sich was. Die Regierung schaut plötzlich nicht mehr aufs Geld.» Die Millioneninvestitionen seien bis in die Slums zu spüren.

Andere Länder des afrikanischen Kontinents wie Burkina Faso oder Kamerun hätten aber keine Chancen auf besondere Förderung im Zusammenhang mit der Fußball-WM. «Trotzdem bleibt der verzweifelte Kampf, sich über den Fußball zu profilieren», sagte Hahn.

Der Sport biete für viele einen Zugang zur Weltgemeinschaft und zu Werten wie Fairness. Deshalb legten junge Afrikaner ihre Hoffnungen in den Fußball. Bei Forschungsprojekten steckten ihm Jungen Zettel zu, dass sie der beste Spieler der Schule seien und er ihnen zu einer Karriere in Europa verhelfen solle, berichtete Hahn.

Der stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Völkerkunde vermutet, dass Südafrika von den Fortschritten infolge der WM 2010 lange profitieren werde. «Das funktionierende System im öffentlichen Verkehr zum Beispiel wird wohl bleiben.» In diesem Sinn wirke Fußball wie Entwicklungshilfe.

Fußball / WM / Afrika / Thema
11.06.2010 · 23:23 Uhr
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