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Afghanistan stellt Gespräche mit Taliban in Aussicht

General Stanley McChrystalGroßansicht
London (dpa) - Vor der Afghanistan-Konferenz in London hat die afghanische Regierung Gespräche mit den radikalislamischen Taliban in Aussicht gestellt.

«Die Verhandlungen könnten schon morgen beginnen, wenn wir die internationale Unterstützung bekommen», sagte Finanzminister Omar Zakhilwal der Zeitung «Financial Times» (Mittwoch). Eine «ziemlich große Anzahl» von Taliban sei an die Regierung herangetreten. «Mit der richtigen Art von Zusicherungen kann man sofort einige Übertritte sehen.»

In London kommen am Donnerstag die Delegationen aus 70 Ländern zusammen, um über die Zukunft Afghanistans zu beraten und einen Grundstein für einen endgültigen Abzug zu legen. Dabei steht die Übergabe der Kontrolle an die afghanischen Sicherheitskräfte ganz oben auf der Agenda. Für Mittwochabend war ein Empfang der Teilnehmer bei Prinz Charles geplant.

In jüngster Zeit war Bewegung in die Frage gekommen, ob Verhandlungen mit den Taliban möglich sind. Auch US-General Stanley McChrystal, Kommandeur der Internationalen Schutztruppe ISAF, hatte vor der Konferenz Möglichkeiten zu Gesprächen und eine mögliche Beteiligung der Kämpfer an einer afghanischen Regierung angedeutet.

Ein Sprecher der Taliban, Zabiullah Mojahed, sagte der «Financial Times» jedoch, es gebe keine Aussichten auf Gespräche, solange die «ungläubigen ausländischen Soldaten nicht unser Land verlassen».

Die afghanische Regierung sucht auf der Londoner Konferenz zudem die Unterstützung für einen Fonds, aus dem die Wiedereingliederung ehemaliger Taliban-Kämpfer bezahlt werden soll. Dieser beläuft sich nach unterschiedlichen Schätzungen auf 200 Millionen Dollar bis eine Milliarde Dollar.

Konferenzen / International / Großbritannien / Afghanistan
27.01.2010 · 22:35 Uhr
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