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Afghanistan laut UN deutlich unsicherer geworden

Bombenanschlag in AfghanistanGroßansicht
New York (dpa) - Ein neuer Bericht der Vereinten Nationen zeichnet ein düsteres Bild von der Lage in Afghanistan. Die Zahl der Bombenanschläge und Angriffe habe zu Beginn des Jahres deutlich zugenommen, heißt es in dem am Samstag veröffentlichten Papier.

Es wurde von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon dem Sicherheitsrat zugeleitet. Nach Bans Darstellung hat sich die Sicherheitslage «nicht verbessert». Allerdings sehen auch die Vereinten Nationen einen Zusammenhang zu der Offensive der NATO- und USA-Truppen im Süden des Landes.

«Im Ganzen hat sich die Zahl der Zwischenfälle im Vergleich zu den Vorjahren signifikant erhöht», heißt es in dem Bericht. So habe es zu Beginn des Jahres fast doppelt so viele Bombenanschläge gegeben wie ein Jahr zuvor. In den ersten vier Monaten sei die Zahl der Angriffe mit Sprengsätzen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 94 Prozent gestiegen. Der Bericht spricht von einem «alarmierenden Trend». Jede Woche gebe es drei Selbstmordattentate, die Hälfte davon im Süden des Landes.

Zwei Angriffe im Monat müssten als «umfassend» gelten - also gut geplant mit mehreren Angreifern und mit vielen Toten und Verletzten. Im vergangenen Jahr gab es im Schnitt nur einen größeren Anschlag pro Monat. «Die Verschiebung zu komplexeren Selbstmordangriffen zeigt die wachsende Fähigkeit der mit Al-Kaida verbundenen örtlichen Terrornetzwerke», heißt es.

Der UN-Bericht sieht aber auch «trotz der instabilen Sicherheitslage einige positive Entwicklungen» im zivilen Bereich. Seit die afghanische Regierung die Führung beim Aufbau des Landes übernommen habe, gebe es sichtbare Erfolge. Deshalb müsse die «Afghanisierung» in den Bereichen Sicherheit, Verwaltung und Entwicklung das Hauptziel aller bleiben.

Konflikte / UN / Afghanistan
19.06.2010 · 20:01 Uhr
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