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Afghanistan: Fast ein Viertel der Stimmen ungültig

Stimmabgabe in KandaharGroßansicht

Kabul (dpa) - Die Parlamentswahl in Afghanistan hat einmal mehr starke Demokratie-Defizite am Hindukusch aufgezeigt. Knapp einen Monat nach der Abstimmung erklärte die Wahlkommission in Kabul am Mittwoch fast ein Viertel der abgegebenen Stimmen wegen massenhaften Betrugs für ungültig.

Nach den Worten des Vorsitzenden der Wahlkommission (IEC), Fazel Ahmad Manawi, wurden 1,3 Millionen der insgesamt rund 5,6 Millionen Stimmen nicht gewertet. 4,26 Millionen Stimmen seien gültig.

Der frühere afghanische Wiederaufbauminister Amin Farhang kritisierte die Zahl der ungültigen Stimmen bei der Parlamentswahl in seinem Land als problematisch. «Wenn ein Viertel der Stimmen für ungültig erklärt wird, dann stellt das die ganze Wahl in Frage», sagte er der in Halle erscheinenden «Mitteldeutschen Zeitung» (Donnerstag). Über eine eventuelle Annullierung der Wahl müsse jedoch die Wahlkommission entscheiden.

«Die Menschen in Afghanistan werden diesem Parlament skeptisch gegenüberstehen», sagte Farhang. Er sprach von «illegalem Druck». Besonders lokale Machthaber hätten offenbar mit finanziellen Mitteln versucht, die Wahl zu beeinflussen. «Und in einem bitterarmen Land wie Afghanistan spielt Geld eine große Rolle.»

Unabhängige Wahlbeobachter hatten bei der Anstimmung am 18. September Betrug und Unregelmäßigkeiten angeprangert. Wegen zahlreicher Proteste ist mit einem amtlichen Endergebnis nicht vor Mitte November zu rechnen.

Schon die Präsidentschaftswahl 2009 war von massivem Betrug überschattet worden, den Wahlbeobachter vor allem dem Lager von Präsident Hamid Karsais angelastet hatten.

Wahlen / Konflikte / Afghanistan
21.10.2010 · 08:36 Uhr
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