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Afghanische Polizisten bei NATO-Luftangriff getötet

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Kundus (dpa) - Bei einem NATO-Luftangriff im Einsatzgebiet der Bundeswehr im Norden von Afghanistan sind am Donnerstag versehentlich sieben afghanische Polizisten getötet worden.

Die afghanische Polizei und Augenzeugen berichteten, das Fahrzeug sei von einem NATO-Militärflugzeug angegriffen worden. Ein NATO-Sprecher erklärte in Kabul, man prüfe den Vorfall.

Einheimische und NATO-Truppen hatten am Morgen im Bezirk Emam Saheb in der Provinz Kundus eine gemeinsame Operation gegen die radikalislamischen Taliban begonnen, wie der örtliche Polizeichef Abdul Kajum sagte. «Während der Operation traf ein NATO-Flugzeug eine Polizeipatrouille und tötete sieben Polizisten», sagte er der Deutschen Presse-Agentur dpa. «Wir gehen davon aus, dass der Pilot die Polizeikräfte versehentlich für Taliban hielt.» Ein weiterer Polizist sei bei dem Vorfall verletzt worden.

Sofi Nasikmir, ein Mitglied des Provinzrates, erklärte, Dorfbewohner hätten berichtet, ein Militärflugzeug habe eine Rakete auf das Polizeifahrzeug abgefeuert. Dem Verteidigungsministerium in Berlin und dem Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam lagen zunächst keine Informationen über den NATO-Luftangriff vor.

Vor gut fünf Monaten hatte die Bundeswehr in Kundus einen umstrittenen Luftangriff auf zwei von den Taliban gekaperte Tanklastwagen angeordnet. Dabei waren am 4. September nach einem NATO-Bericht mindestens 142 Menschen getötet oder verletzt wurden, darunter auch Zivilisten. Der damalige Befehlshaber Oberst Georg Klein verteidigte seine Entscheidung vor dem Kundus-Untersuchungsausschuss des Bundestags in Berlin am Mittwoch vergangener Woche als «rechtmäßig».

Konflikte / NATO / Afghanistan
18.02.2010 · 16:29 Uhr
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