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Ärzte sagen Klinikstreik endgültig ab

Im Tarifstreit um die Gehälter hat die Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) einen Streik endgültig abgesagt. Foto: Jan Woitas

Berlin (dpa) - Im Tarifstreit über die Gehälter von bis zu 50 000 Klinikärzten hat die Medizinergewerkschaft Marburger Bund (MB) einen Streik an rund 600 kommunalen Krankenhäusern endgültig abgesagt.

Die Große Tarifkommission stimmte am Samstag in Berlin Eckpunkten zu, die der MB mit den kommunalen Arbeitgebern ausgehandelt hatte.

Demnach bekommen die Ärzte 2,9 Prozent mehr Gehalt und eine Einmalzahlung von 440 Euro. MB-Chef Rudolf Henke sagte: «Das ist ein schwieriger und teilweise auch schmerzhafter Kompromiss.» Aber in der Gesamtabwägung würden die positiven Seiten überwiegen. Ursprünglich hatten die Ärzte einen Streik ab 26. Januar beschlossen.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft hatte wegen des erwarteten Tarifabschlusses sofortige Finanzhilfen von der Politik gefordert und vor einem massiven Jobabbau gewarnt. Die Gremien der Gegenseite, der kommunalen Arbeitgeber, wollen an diesem Montag über den Kompromiss entscheiden. Eine Zustimmung gilt aber als sicher.

Ursprünglich hatte die Gewerkschaft 6 Prozent mehr Gehalt für die bis zu 50 000 Mediziner gefordert. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeber (VKA) bot 1,48 Prozent an. Die nun ausgehandelte neue Entgelttabelle hat nach Angaben des Marburger Bundes eine Laufzeit vom 1. Januar 2012 bis zum 31. Dezember 2012.

Henke bedauerte allerdings, dass es keine großen Verbesserungen bei den Bereitschaftsdiensten der Ärzte gebe. Die Ärztegewerkschaft hatte eine bessere Bezahlung sowie eine Reduzierung dieser Dienste auf maximal vier pro Arzt und Monat gefordert. Herausgekommen sei nun, dass für den Bereitschaftsdienst ab der 97. Stunde im Monat ein Zuschlag von fünf Prozent gezahlt werde, sagte Henke.

Diese Regelung für den Bereitschaftsdienst hat eine Laufzeit bis Ende 2015. Vor dem Hintergrund, dass viele Krankenhäuser dringend Ärzte suchen, warf Henke den kommunalen Arbeitgebern vor, eine große Chance vertan zu haben, die Bereitschaftsdienste attraktiver zu machen. «Wir haben einen Fuß in der Tür und hoffen darauf, diese Tür in den kommenden Jahren weiter aufstoßen zu können», sagte er.

Gesundheit / Ärzte / Tarife
21.01.2012 · 14:37 Uhr
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