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Ältester Mann der Welt mit 113 gestorben

Tomoji TanabeGroßansicht
Hamburg (dpa) - Er stand jeden Morgen um halb sechs auf, las vor dem Frühstück die Zeitung, trank pünktlich um drei Uhr nachmittags sein Glas Milch und mied Alkohol und Tabak. Mit diesen Angewohnheiten - seien sie langweilig oder vernünftig - ist der Japaner Tomoji Tanabe 113 Jahre alt geworden.

Am Freitag ist der am 18. September 1895 geborene Mann gestorben. Den Titel «ältester Mann der Welt» übertrug sich damit auf den Briten Henry Allingham (geboren am 6. Juni 1896). Laut Guinness Buch der Rekorde war Tanabe seit Januar 2007 der älteste Mann gewesen. Ältester Mensch der Welt ist Gertrude Baines. Die 115-Jährige lebt in Los Angeles.

Tomoji Tanabe starb an Herzversagen in der Stadt Miyakonojo auf der südlichen Hauptinsel Kyushu, wie die Nachrichtenagentur Jiji Press berichtete. «Ich möchte noch nicht sterben», hatte er an seinem letzten Geburtstag im September zu den zahlreichen Gratulanten und Journalisten gesagt, die gekommen waren. Tanabe lebte zuletzt bei einem seiner Söhne und seiner Schwiegertochter. Er war Vater von acht Kindern. Die letzten drei Tage vor seinem Tod war er bereits zu schwach, um noch richtig essen zu können.

In Japan leben die Menschen mit im Schnitt 85 Jahren weltweit am längsten. Als Grund für die besonders hohe Lebenserwartung gilt die traditionelle Küche mit viel Fisch. Jüngsten Erhebungen zufolge gibt es in Japan mehr als 36 000 Menschen, die hundert Jahre und älter sind. 86 Prozent davon sind Frauen.

Die Zahl der Hochbetagten im überalterten Japan wächst stetig. Im Jahr 1963, als die japanische Regierung begann, die Hundertjährigen zu zählen, lag ihre Zahl nur bei 153. Knapp zwanzig Jahre später waren es tausend, wiederum knapp zwei Jahrzehnte später bereits 10 000.

Nach dem Tod Tanabes ist nun der Brite Henry Allingham zum ältesten Mann der Welt aufgestiegen, wie die Redaktion der Guinness World Records in London bestätigte. Er ist vor zwei Wochen, am 6. Juni, 113 Jahre alt geworden und lebt in einem Altenheim in der Nähe des südenglischen Seebads Brighton.

Der Veteran des Ersten und Zweiten Weltkriegs und Mitbegründer der britischen Luftwaffe Royal Air Force (RAF) ist ein ganz anderer Typ als der Japaner Tanabe. Auf die Frage, wie er so alt geworden sei, antwortete er mal: «Zigaretten, Whisky und wilde, wilde Frauen.» Allingham hat fünf Enkel, zwölf Ur-Enkel, 14 Ur-Ur-Enkel und einen Ur-Ur-Ur-Enkel. Er hat bereits sechs britische Monarchen erlebt.

Ein Großteil seiner Familie lebt in den USA. Sein Neffe Ronald Cator (74) sagte am Freitag: «Fantastische Neuigkeit. Er ist jetzt zwar schon sehr gebrechlich, aber ich bin mir sicher, dass er sehr erfreut ist, das zu hören. Wir sind sehr stolz auf ihn.»

Dennis Goodwin, ein guter Freund und eine Art Sprecher des neuen Rekordhalters, sagte: «Es ist atemberaubend. Er sieht das philosophisch. Er wird damit gut fertig werden, wie mit allem anderen auch.»

Olaf Kuchenbecker, Redaktionsleiter der deutschsprachigen Ausgabe des Guinness World Records Buch, sagte: «Beeindruckend an Mister Allington finden wir, dass er nicht den Verzicht auf sämtliche Genussmittel als Grund für sein hohes Alter angibt. Gerade das Gegenteil ist der Fall. Eine lange Lebenszeit scheint also doch vor allem mit der inneren Einstellung zusammenzuhängen.»

Leute / rpt rpt rpt / Japan
19.06.2009 · 13:44 Uhr
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