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Ägypter soll angeblich Bin-Laden-Nachfolger sein

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Islamabad/Istanbul (dpa) - Ein ehemaliger ägyptischer Armeeoffizier soll die Nachfolge von Osama bin Laden an der Spitze des Terrornetzwerks Al-Kaida antreten. Das verlautete am Mittwoch aus Islamisten-Kreisen in Pakistan.

Angeblich soll der Ägypter, der sich den Kampfnamen Saif al-Adel («Schwert der Gerechtigkeit») gegeben hat, für eine Übergangszeit die Führung übernehmen. Anschließend soll die komplette Führungsebene des Terrornetzwerks an der Auswahl eines neuen Chefs beteiligt werden. Wie lange diese Übergangszeit andauern soll, wurde nicht gesagt.

Die Ernennung sei am 10. Mai bei einem Treffen in Nord-Wasiristan beschlossen worden, hieß es. Dabei seien auch verschiedene andere Positionen in der Führungsspitze des Terrornetzwerkes neu besetzt worden. Der Ägypter Eiman al-Sawahiri, der in den vergangenen Jahren als Nummer Zwei von Al-Kaida zahlreiche Botschaften veröffentlicht hatte, soll demnach die Funktion eines spirituellen Führers übernehmen.

Von einigen Islamisten in Europa wird die Nachricht von der Ernennung von Saif al-Islam zum Nachfolger Bin Ladens allerdings noch angezweifelt. Die arabische Tageszeitung «Al-Sharq Al-Awsat» berichtete am Mittwoch, mehrere arabische Islamisten warteten noch auf eine Art «offizielle Erklärung» des Terrornetzwerkes Al-Kaida zur Frage der Nachfolge. In den Internet-Foren der Islamisten finden sich ebenfalls Warnungen: «Die Ungläubigen und CNN dürfen keine Informationsquelle für uns sein...Die ganze islamische Nation muss aus offizieller Quelle wissen, wer der neue Anführer ist, sie muss ihn auswählen und ihm Loyalität versprechen».

Mohammed Ibrahim Makkawi, alias Saif al-Adel, war nach Erkenntnissen amerikanischer Ermittler an der Planung der Terroranschläge auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania 1998 beteiligt. Nach dem Sturz des Taliban-Regimes im Winter 2001 soll er von Afghanistan in den Iran geflohen sein. Der Geheimdienst von Saudi-Arabien vermutet, dass er zu den Drahtziehern der Selbstmordattacken auf Ausländer-Wohnsiedlungen in Riad 2003 gehört. Im vergangenen Jahr soll er vom Iran freigelassen worden sein - im Austausch für einen entführten iranischen Generalkonsul in Pakistan.

Saif al-Adel, der zwischen 48 und 51 Jahre alt sein soll, gehörte einst einer Spezialeinheit der ägyptischen Armee an. Er ist bisher vor allem als militärischer Führer der Terroristen in Erscheinung getreten und weniger als Ideologe. Die Rolle des Vordenkers spielt im Al-Kaida-Netzwerk bisher vor allem Al-Sawahiri. Seif al-Adel und Al-Sawahiri (59) kennen sich noch aus der Zeit, in der sie beide der ägyptischen Terrororganisation Islamischer Dschihad angehörten.

Terrorismus / Al-Kaida / USA
18.05.2011 · 17:21 Uhr
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