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ADAC-Taxitest 2009: Viele schlechte Noten

Wartende TaxisGroßansicht
München (dpa) - Schlechte Noten für viele Taxifahrer: Beim diesjährigen ADAC-Taxitest wurden von 240 Fahrten in 12 deutschen Städten knapp 15 Prozent mit «mangelhaft» oder «sehr mangelhaft» bewertet.

Hauptkritikpunkte waren weite Umwege, dreckige Taxis, die Missachtung roter Ampeln und Überschreitungen des zulässigen Tempos von bis zu 47 Stundenkilometern, wie der Autoclub am Montag in München mitteilte.

Testsieger mit der Gesamtnote «gut» wurde das Taxigewerbe in Potsdam, auf Platz zwei und drei kamen mit ebenfalls «gut» die Städte Braunschweig und Augsburg. Schlusslicht war Karlsruhe mit der Gesamtbewertung «ausreichend». Dort fiel mehr als ein Drittel der Fahrer mit Umwegen auf.

Da es auch viele sehr gute oder gute Fahrten gab, fiel in der Gesamtbewertung keine einzige Stadt durch. Ebenfalls mit der Gesamtnote «gut» schnitten Essen und Chemnitz ab, auf ein «ausreichend» kamen Halle (Saale), Rostock, Kiel, Bremen, Düsseldorf und Wiesbaden. Die Gesamtbewertung «sehr gut» konnte nirgendwo vergeben werden. Die Tester waren bei ihrer Stichprobe in den 12 Städten in jeweils 20 Taxis inkognito unterwegs. Bewertet wurden die Kategorien «Verhalten des Fahrers», «Routentreue» sowie «Zustand des Fahrzeugs».

Die schlechteste Fahrt registrierten die Prüfer in Düsseldorf: Dabei überfuhr der Taxifahrer eine Ampel, die schon vier Sekunden auf Rot stand. Außerdem fuhr er einen Umweg von 72 Prozent, obwohl sein Navigationsgerät eingeschaltet war. Düsseldorf wurde aber zugleich für die insgesamt am besten ausgestatteten Fahrzeuge gelobt. In der Einzelbewertung «Fahrer» schnitt Chemnitz am besten ab, und in Braunschweig gab es die wenigsten Umwege.

Am billigsten sind Taxifahrten den Angaben zufolge in Kiel mit 8,20 Euro für vier Kilometer Tagfahrt. In Karlsruhe sei eine vergleichbare Fahrt mit 11,90 Euro rund 45 Prozent teurer, betonte der Autoclub. Er forderte bundesweit angepasste Tarifsysteme und für einheitliche Qualitätsstandards verstärkte Kontrollen des Taxigewerbes durch unabhängige Prüfer. Überfällig sei auch, dass man in allen Taxis mit Kreditkarte bezahlen könne.

Der Deutsche Taxi- und Mietwagenverband (BZP) erklärte zum ADAC-Taxi-Test, er entspreche tendenziell seinen eigenen Beobachtungen. Die Qualität der Taxifahrer hänge im übrigen von einer ordentlichen Ausbildung und einer regelmäßigen Überwachung ab, heißt es in einer Stellungnahme des Verband in Frankfurt. Die gesetzlichen Vorschriften als Voraussetzung für den Beruf des Taxifahrers nannte er unzureichend. Der Verband forderte unter anderem eine bessere Ausbildung der Fahrer, eine bundeseinheitliche Vorschrift für einen Fahrerausweis und eine generelle Anschnallpflicht in Taxis und Mietwagen.

Internet: www.adac.de

Verkehr
26.10.2009 · 19:07 Uhr
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