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ADAC bleibt unter Druck

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München/Berlin (dpa) - Nach dem Nachweis weitreichender Manipulationen beim Autopreis «Gelber Engel» und dem Rücktritt von ADAC-Präsident Peter Meyer bleibt der Autoclub weiter unter Druck. Politiker und Experten forderten Veränderungen in den Strukturen sowie weitere Rücktritte.

In diesem Zusammenhang war schon am Montag der Name des ADAC-Geschäftsführers Karl Obermair gefallen. Doch auch der Rücktritt des gesamten Präsidiums wird verlangt.

«Ein Neuanfang kann nur sein, wenn das gesamte Präsidium zurücktritt», sagte am Dienstag der Vorsitzende des Bundestags-Verkehrsausschusses, Martin Burkert (SPD), dem ARD-«Morgenmagazin». Burkert forderte vom ADAC den Nachweis, in anderen, «sicherheitsrelevanten» Bereichen - beispielsweise bei Qualitätssiegeln - nicht betrogen zu haben. «Das wäre ein Skandal, der den ADAC wahrscheinlich völlig zerstören würde.»

Die Linkspartei verlangte den Rücktritt des gesamten ADAC-Managements. «Der ADAC hat nicht einmal vor Fälschungen zurückgeschreckt. Das ist Verbrauchertäuschung», sagte die Vize-Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Caren Lay, dem «Handelsblatt Online» (Dienstag). «Jetzt sollte das gesamte Management zurücktreten, um den Weg für einen Neustart freizumachen.»

Der Autoclub hatte am Montag eingestanden, dass bei der Wahl zum «Lieblingsauto der Deutschen» 2014 nicht nur die Teilnehmerzahl, sondern auch die Rangfolge gefälscht worden war. Die Unternehmensberatung Deloitte hatte die Zahlen geprüft.

Nun setzen die externen Prüfer ihre Arbeit fort. Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass auch in den Vorjahren manipuliert wurde. Nächste Woche sollen die Ergebnisse der Überprüfung der Wahl in den Jahren 2005 bis 2013 bekanntgegeben werden.

Immer mehr Kritiker fordern nun einen radikalen Neuanfang auch bei den Strukturen des ADAC. Dabei geht es auch um die Frage, ob der ADAC mit seinen fast 19 Millionen Mitgliedern weiterhin als Verein geführt werden kann. Bisher will der Autoclub daran nicht rütteln, sondern sich mit einem Zehn-Punkte-Plan reformieren. Dazu verständigten sich die 18 hauptamtlichen Geschäftsführer der ADAC-Regionalclubs am Dienstag auf die Bildung diverser Arbeitsgruppen.

Diese Arbeitsgruppen sollen den bereits beschlossenen 10-Punkte-Reformplan konkretisieren. Ziel sei die Beseitigung von Missständen und die Schaffung einer transparenten, zeitgemäßen Organisation, teilte der ADAC in München mit. Über die konkreten Maßnahmen soll eine außerordentliche Hauptversammlung in der zweiten Jahreshälfte 2014 entscheiden.

Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer sagte, es wäre konsequent, die Pannenhilfe als kommerzielle Dienstleistung zu führen. Er kritisierte weiter: «Es ist ein Geflecht, das nicht funktionieren kann, weil man auf der einen Seite Produkte verkauft, und auf der anderen Seite Produkttests macht.» Er sprach sich auch für eine weibliche Nachfolge für Präsident Meyer aus. «Das wäre endlich mal ein Zeichen, dass sich diese Altherrengesellschaft modernisieren will.»

Die Stiftung Warentest will ihre langjährige Kooperation nach Informationen der «Neuen Ruhr Zeitung/Neuen Rhein Zeitung» mit dem ADAC vor allem bei Tests von Kinderautositzen und Reifen nicht beenden. Die Berliner Verbraucherschützer hätten keinen Hinweis darauf, dass bei einem der gemeinsamen Tests manipuliert worden sei. Trotzdem werde vorsichtshalber der alljährliche Sommerreifen-Test teilweise wiederholt.

Verbände / Auto / Verkehr / ADAC
11.02.2014 · 18:45 Uhr
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