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Ackermann: Deutsche Bank mit Postbank mehr wert

Deutschen Bank-Chef Josef Ackermann (m) kündigte an ein Übernahmeangebot für die Postbank abzugeben.Großansicht

Frankfurt/Main (dpa) - Die Deutsche Bank steckt Milliarden in die Postbank-Übernahme und wird zur Nummer Eins im Privatkundengeschäft. «Das Unternehmen wird nach einer Konsolidierung der Postbank wesentlich mehr wert sein», sagte der Chef der größten deutschen Bank, Josef Ackermann, am Montag in Frankfurt. «Damit steht der größere Deutsche-Bank-Konzern künftig auf zwei starken Säulen und verfügt über einen besseren, ausgewogenen Ergebnismix und insgesamt stabilere Erträge.» Allerdings könnte auch ein Stellenabbau zum Thema werden.

Kritiker hatten dem Dax-Konzern eine zu starke Abhängigkeit vom Investmentbanking vorgehalten, das relativ großen Schwankungen unterliegt und in der jüngsten Finanzkrise vielen Großbanken herbe Verluste bescherte.

«Wir haben immer gesagt - seit 2002, als ich Vorstandssprecher wurde - wir wollen eine Investmentbank mit einem stabilen Privatkundengeschäft», sagte Ackermann. «Viele von Ihnen haben das immer wieder angemahnt - zu Recht.» Die Postbank, an der die Deutsche Bank bereits fast 30 Prozent hält, ist ein weiterer Baustein in der Strategie der Bank, ihr Geschäft im lukrativen deutschen Privatkundenmarkt zu stärken - nach den Zukäufen von Berliner Bank (2006), norisbank (2006) und Sal. Oppenheim (2009).

Im Privatkundengeschäft gemeinsam mit der Postbank erwartet die Deutsche Bank mittelfristig mehr als zehn Milliarden Euro Erträge und ein jährliches Vorsteuerergebnis von mehr als drei Milliarden Euro. Bislang hatte die Deutsche Bank für 2011 einen Vorsteuergewinn von 1,5 Milliarden Euro angestrebt. Die Eigenkapitalrendite vor Steuern im kombinierten Privatkundengeschäft soll bei über 20 Prozent liegen.

An den Plänen, die Marke Postbank zu erhalten, ändere sich nichts, versicherte Ackermann. Für die Personalstärke beider Häuser werde die Übernahme aber natürlich «gewisse Konsequenzen» haben. «Das Schwergewicht liegt dabei auf der IT-Seite, aber wie viele Personen davon betroffen sind, das wird man dann sehen.» Ackermann betonte, noch sei die Deutsche Bank nicht Herr im Haus bei der Postbank.

Aus dem geplanten Erwerb der Postbank entstehe ein zusätzlicher Kapitalbedarf von etwa 7,7 Milliarden Euro. Das ist der Löwenanteil der für diesen Herbst angekündigten Kapitalerhöhung der Deutschen Bank von fast zehn Milliarden Euro. Dabei geht der Konzern davon aus, dass er im Rahmen seiner Offerte weitere 21 Prozent der frei gehandelten Postbank-Aktien erwerben wird.

Mit den übrigen knapp zwei Milliarden Euro stärkt die Deutsche Bank ihre Bilanz und rüstet sich damit für die schärferen Kapitalregeln für die Finanzbranche, die Notenbanker und Aufseher am Sonntag auf den Weg brachten. «Wir werden die Basel-III-Kriterien bereits Ende 2013 erfüllen», sagte Ackermann.

Die Deutsche Bank hatte am Sonntag ein Übernahmeangebot für die Postbank und gleichzeitig eine Kapitalerhöhung im Volumen von fast zehn Milliarden Euro angekündigt. «9,8 Milliarden Euro sind zugesichert, einige große Banken haben ihre Zusagen gemacht, das ist alles schon fest», erklärte Ackermann.

Den Postbank-Aktionären will der Branchenprimus zwischen 24 und 25 Euro je Aktie bieten. Dies ist deutlich weniger als die Bank der früheren Postbank-Mutter, der Deutschen Post, bisher bezahlt hat und im Rahmen weiterer Vereinbarungen zahlen müsste.

Die größte deutsche Bank hatte sich im Spätsommer 2008 - kurz vor der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers - mit der Post auf den Kauf der Postbank verständigt. Wegen der Finanzkrise wurde die Transaktion teilweise neu aufgerollt.

Sollten das aktuell geplante Gebot alle Aktionäre - außer der Post - annehmen, würde dies die Deutschen Bank rund 1,7 Milliarden Euro kosten. Die Differenz zu den von Ackermann genannten 7,7 Milliarden Euro ergibt sich aus dem zusätzlichen Kapitalbedarf bei der vergleichsweise schwach kapitalisierten Postbank sowie 2,4 Milliarden Euro Abschreibungsbedarf auf bereits gehaltene Postbank-Aktien.

Mitteilung Deutsche Bank

Banken
13.09.2010 · 22:25 Uhr
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