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Abbas: Israel will «rein jüdisches» Jerusalem

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Ramallah (dpa) - Ewiger Zankapfel Jerusalem: Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas hat Israel jetzt vorgeworfen, es wolle die heilige Stadt der drei Weltreligionen in eine «rein jüdische Stadt» verwandeln.

Palästinensische Medien berichteten am Montag, Abbas habe am Vorabend während einer Ansprache in Bethlehem gesagt: «Die heilige Stadt ist heute in echter Gefahr.» Israel wolle islamische und christliche Merkmale Jerusalems auslöschen, erklärte Abbas den Angaben zufolge. Seine Äußerungen folgten auf Berichte über einen neuen Streit zwischen Israel und den USA über ein Bauprojekt im arabischen Ostteil Jerusalems.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte am Sonntag Forderungen der USA zurückgewiesen, den geplanten Bau von gut 20 Wohneinheiten im Bereich des Shepherd-Hotels im Scheich- Dscharach-Viertel umgehend zu stoppen. Die Stadtverwaltung Jerusalems hatte dem jüdischen US-Millionär Irwin Moskowitz eine Genehmigung für das Bauprojekt auf dem Gelände erteilt, das er 1985 gekauft hatte. Abbas hatte die US-Regierung israelischen Medienberichten zufolge dringend gebeten, zu intervenieren und die Baupläne zu stoppen.

«Israel gräbt in jeder Ecke der Stadt, was eine echte Gefahr für ihre historischen und religiösen Bauten darstellt, insbesondere die Al-Aksa-Moschee», sagte Abbas während der Ansprache. Israel verfolge eine Politik der Häuserzerstörungen, der Landenteignung sowie der Besteuerung von muslimischen und christlichen Einwohnern, die darauf abziele, sie zum Verlassen der Stadt zu zwingen.

Der Anspruch auf Jerusalem ist seit Jahrzehnten einer der wesentlichen Streitpunkte im israelisch-palästinensischen Konflikt. Die Palästinenser wollen im arabischen Ostteil Jerusalems die Hauptstadt eines künftigen eigenen Staates errichten. Israel fordert jedoch ganz Jerusalem als ewige, unteilbare Hauptstadt.

Bei einer Explosion in einem Schmuggler-Tunnel im Grenzgebiet zwischen dem Gazastreifen und Ägypten kam unterdessen am späten Sonntag ein Palästinenser ums Leben. Nach Angaben von Augenzeugen und Rettungskräften wurden fünf weitere Menschen verletzt. Durch den Tunnel wurde Treibstoff von Ägypten in den Gazastreifen gebracht. Laut Augenzeugen wurde die Explosion vermutlich durch ein Leck verursacht.

Israelische Soldaten lieferten sich mit palästinensischen Extremisten am Sonntagabend an der Grenze zum Gazastreifen ein Feuergefecht. Nach israelischen Angaben wurde kein israelischer Soldat verletzt. Die Palästinenser hatten die Israelis mit einer Panzergranate beschossen. Zuvor hatten israelische Soldaten einen palästinensischen Zivilisten angeschossen, der sich dem Grenzzaun genähert hatte.

Konflikte / Nahost
20.07.2009 · 14:29 Uhr
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