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89 Tote bei Flugzeugabstürzen in Kuba und Pakistan

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Havanna/Karatschi (dpa) - Zwei Flugzeuge sind in Kuba und Pakistan abgestürzt und haben 89 Menschen in den Tod gerissen, unter ihnen zwei Deutsche. Auf einem kubanischen Inlandsflug stürzte eine zweimotorige Turboprop-Maschine der staatlichen Fluggesellschaft Aerocaribbean ab.

An Bord waren 40 Kubaner und 28 Ausländer. In Pakistan verunglückte eine Maschine, die für die italienische Ölgesellschaft Eni unterwegs war. Vier Besatzungsmitglieder und 17 Passagiere starben, unter ihnen ein Italiener.

Den Absturz des kubanischen Flugzeugs vom Typ ATR-72-212 könnten Ausläufer des in der Karibik tobenden Wirbelsturms Tomás verursacht haben, wurde vermutet. Das Flugzeug war auf einem Inlandsflug von der im Osten gelegenen Stadt Santiago de Cuba in die Hauptstadt Havanna. Augenzeugen berichteten, die Maschine habe einige abrupte Schwenks gemacht und sei dann abgestürzt. Beim Aufprall ging das Flugzeug in Flammen auf. Bilder zeigten das brennende Wrack.

«In dem Flugzeug waren 61 Passagiere und 7 Besatzungsmitglieder, unter ihnen 40 Kubaner und 28 Ausländer», hieß es in einer ersten Erklärung im kubanischen Fernsehen. Am Freitag gingen die Bergungsarbeiten an der Absturzstelle weiter. Die Leichname der Passagiere sollten zur Identifizierung ins Rechtsmedizinische Institut nach Havanna gebracht werden.

Die getöteten Ausländer kamen nach Angaben der kubanischen Luftfahrtbehörde aus elf Ländern, unter anderem aus Deutschland, den Niederlanden, Frankreich, Italien und Spanien. Nach diesen Angaben sind die deutschen Opfer eine Frau und ein Mann. Das Auswärtige Amt erklärte, ihre genaue Identität müsse noch geklärt werden. Österreicher waren entgegen ersten Meldungen nicht an Bord, sondern vermutlich Australier, sagte ein Sprecher des österreichischen Außenministeriums in Wien.

Zahlreiche Länder, darunter Spanien, kondolierten der Regierung und den Angehörigen. Argentiniens Regierung wollte ein Flugzeug nach Kuba schicken, um die neun getöten Argentinier in die Heimat zu holen.

Die Aerocaribbean-Maschine mit der Flugnummer 883 war am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) in der Nähe des kleinen Ortes Guasimal in der Provinz Sancti Spiritus, rund 360 Kilometer östlich von Havanna, aufgeschlagen. Der Pilot hatte kurz vor dem Absturz um 17.42 Uhr (Ortszeit) nach Behördenangaben noch einen Notruf abschicken können, danach riss der Funkkontakt ab.

Das Unglück - eines der schwersten in der Geschichte der kubanischen Luftfahrt - geschah in einer schwer zugänglichen Bergregion in der Nähe von Kubas größtem Stausee Zaza. Die Bergungsmannschaften bahnten sich mit einem Bagger den Weg zur Absturzstelle. Im März 1989 waren bei der bislang schlimmsten Katastrophe eine Iljuschin-62 auf eine Siedlung gestürzt. 115 Insassen und 40 Bewohner der Siedlung bei Havanna starben.

Den Absturz eines zweimotorigen Flugzeugs in der pakistanischen Hafenstadt Karachi überlebte - ebenso wie auf Kuba - keiner der Insassen. Wie Parvez George von der Zivilluftfahrtbehörde sagte, starben außer den 17 Passagieren, einem Techniker und einem Wachmann am Freitagmorgen auch die beiden Piloten. Unfallursache bei dem Propellerflugzeug war der Ausfall eines Motors. Davon habe der Pilot dem Kontrollturm kurz nach dem Abheben berichtet.

Das Flugzeug, das nach neuesten Angaben eine Beechcraft 1900 gewesen sein soll, sei nach dem Absturz sofort in Flammen aufgegangen. Ein Armeeoffizier, der Rettungsmaßnahmen und Bergungsarbeiten leitete, sagte, die Maschine sei völlig zerstört worden. Die Leichen seien bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Es sei unmöglich, das Geschlecht der Opfer festzustellen.

Die Maschine war von der italienischen Ölgesellschaft Eni gechartert worden und auf dem Weg zu einem Gasvorkommen in der Provinz von Sindh, wie der Konzern am Freitag bestätigte. Zunächst war von einem amerikanischen Mineralölkonzern die Rede gewesen. Nach Angaben des italienischen Außenministeriums war ein Italiener unter den getöteten Passagieren.

Luftverkehr / Unfälle / Kuba
05.11.2010 · 17:22 Uhr
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