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63 Verletzte bei Gedenkfeier-Panik in Amsterdam

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Amsterdam (dpa) - Ein Jahr nach dem blutigen Attentat auf Königin Beatrix ist Holland durch eine Massenpanik beim öffentlichen Gedenken mit der Monarchin für die niederländischen Kriegstoten erschüttert worden.

63 Menschen wurden verletzt, als hunderte Teilnehmer der Kundgebung im Zentrum von Amsterdam am späten Dienstagabend plötzlich wegen eines befürchteten Bombenanschlags die Flucht ergriffen. Die 72-jährige Königin sowie Thronfolger Willem-Alexander (43) und dessen Frau Prinzessin Máxima (38) wurden vor laufenden Fernsehkameras in Sicherheit gebracht.

Ausgelöst wurde das Chaos durch einen als orthodoxer Jude verkleideten 39-jährigen Mann, der während der traditionellen Schweigeminute für die Kriegstoten - darunter in Afghanistan - markerschütternd und anhaltend schrie. Daraufhin ließ laut Zeugenangaben ein anderer Mann vor Schreck einen Koffer fallen, in dem Zuschauer einen Sprengsatz vermuteten. «Aus dem Publikum kam der Ruf "Bombe, Bombe! Abhauen!"», sagte Amsterdams Polizeichef Bernard Welten.

Hunderte Menschen begannen in Angst zu rennen, warfen Absperrgitter um, stolperten und rissen Teilnehmer der Kundgebung mit sich zu Boden. Viele erlitten Knochenbrüche, Prellungen oder Schürfwunden. Sie wurden in umliegenden Krankenhäusern behandelt.

Der 39-jährige Verursacher der Panik wurde umgehend von Polizisten überwältigt und abgeführt. Zu seinem Motiv machte er in ersten Vernehmungen keine Angaben. Der Mann sei bereits mehrfach verurteilt worden, unter anderem wegen Diebstahls, Gewalttaten und Drogenhandels, teilte die Staatsanwaltschaft mit.    

Bereits nach wenigen Minuten legte sich die Panik. Dazu trug auch bei, dass Königin Beatrix rasch wieder auf dem Platz erschien. Das Staatsoberhaupt habe persönlich die Fortsetzung der Gedenkveranstaltung angewiesen, sagte Polizeichef Welten. Beatrix sowie Kronprinz Willem-Alexander und Prinzessin Máxima besuchten später einige der Verletzten. Ministerpräsident Jan Peter Balkenende hatte zuvor bereits auf dem Denkmalsplatz geholfen, Verletzte zu versorgen.    

Das dramatische Geschehen rief sofort Erinnerungen daran wach, wie ein Attentäter beim Umzug aus Anlass des Königinnentages am 30. April 2009 in der Stadt Apeldoorn mit seinem Auto auf den Festbus der Monarchin zugerast war. Dabei tötete er vor laufenden Kameras und den Augen der königlichen Familie sieben Menschen, ehe er mit seinem Kleinwagen auf ein Denkmal prallte und seinen Verletzungen erlag.

Seitdem gelten für alle Veranstaltungen mit der Königin verschärfte Sicherheitsvorkehrungen. Dennoch entschied sich die Monarchin, am Mittwochabend wie geplant an einem Festkonzert zum 65. Jahrestag der Befreiung der Niederlande von der Besetzung durch Nazi- Deutschland teilzunehmen, wie ein Hofsprecher mitteilte.

Auch Ministerpräsident Balkenende bestätigte seine Teilnahme an dem öffentlichen Konzert an der Amstel. Die Sicherheitsvorkehrungen dafür seien ungeachtet der Massenpanik am Vorabend nicht über das bereits ohnehin geplante Maß hinaus verschärft worden, erklärte Amsterdams amtierender Bürgermeister Lodewijk Asscher.

Geschichte / Niederlande
05.05.2010 · 15:23 Uhr
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