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33 Tote bei Anschlag in Rawalpindi

Die pakistanische Garnisonsstadt Rawalpindi ist von einem Sprengstoffanschlag erschüttert worden.Großansicht
Rawalpindi (dpa) - Schon wieder eine Welle blutiger Gewalt in Pakistan: Bei einem Selbstmordanschlag in der Garnisonsstadt Rawalpindi wurden am Montag mindestens 33 Menschen getötet und mehr als 60 weitere verletzt. Hinter dem Attentat werden radikal-islamische Taliban vermutet.

Ein zweiter Selbstmordattentäter sprengte sich bei einem Polizeiposten am Rande der ostpakistanischen Metropole Lahore in die Luft. Dabei wurden mindestens sieben Menschen schwer verletzt. Die Angreifer hatten nach Behördenangaben offensichtlich versucht, für einen größeren Anschlag in die Stadt zu gelangen.

Die Vereinten Nationen kündigten unterdessen an, einen Teil ihres internationalen Personals aus dem Nordwesten Pakistans abzuziehen. Dort läuft seit Mitte Oktober eine Großoffensive der Armee gegen die Taliban-Rebellen sowie mit ihnen verbündete El-Kaida-Terroristen. Die pakistanische Regierung setzte insgesamt fünf Millionen Dollar Kopfgeld auf die Führung der pakistanischen Taliban-Bewegung aus.

Der Selbstmordattentäter in Rawalpindi sprengte sich nach Polizeiangaben auf einem Motorrad vor einer staatlichen Bank in die Luft. Zum Zeitpunkt des Attentats standen Regierungsangestellte und Angehörige der Sicherheitskräfte vor der Bank Schlange, um ihr Gehalt abzuholen. Der Tatort liegt wenige hundert Meter vom Armee-Hauptquartier der südasiatischen Atommacht entfernt, das erst vor rund drei Wochen Ziel eines Taliban-Angriffs war. 23 Menschen waren dabei am 10. Oktober getötet worden, darunter die zehn Angreifer.

Die Polizei in Rawalpindi berichtete, der Angreifer habe zunächst eine Handgranate auf Menschen vor der Bank geworfen und dann den Sprengstoff gezündet, der anscheinend in seinem Motorrad versteckt gewesen sei. Bei der Detonation seien ein nahe gelegenes Hotel sowie mehrere Autos beschädigt worden, die an einer Ampel warteten. Ein Augenzeuge berichtete: «Als ich den Ort erreichte, lagen überall Tote und Verwundete. Manche Leichen hatten keine Köpfe, anderen fehlten die Beine. Menschen deckten Frauen zu, deren Kleider bei der Explosion verbrannt worden waren.»

Beim schwersten Anschlag seit zwei Jahren in Pakistan waren am vergangenen Mittwoch in der nordwestpakistanischen Stadt Peshawar mehr als 110 Menschen getötet worden. Am selben Tag hatte US-Außenministerin Hillary Clinton ihren Pakistan-Besuch in der Hauptstadt Islamabad begonnen. Mitte Oktober hatte die Armee eine Offensive gegen die Taliban in den Stammesgebieten an der afghanischen Grenze begonnen. Im Gegenzug haben die Aufständischen ihre Anschläge im Land weiter verschärft. Nach Angaben der Streitkräfte wurden bei der Offensive bislang mehr als 330 Taliban- Kämpfer und mindestens 36 Soldaten getötet.

Wegen der eskalierenden Gewalt ziehen die Vereinten Nationen Personal ab. Betroffen sind alle ausländischen Mitarbeiter in der Nordwest-Grenzprovinz und den Stammesgebieten, die nicht für Nothilfe, humanitäre Hilfe, Sicherheitsoperationen oder andere «essenzielle» Aufgaben benötigt würden. Der Schutz der verbleibenden Mitarbeiter werde verstärkt, teilten die UN weiter mit.

Die pakistanische Regierung lobte per Zeitungsanzeige hohe Belohnungen für die Fahndung nach Führern der Taliban-Bewegung (TTP) aus. Für Hinweise, die zur Festnahme oder zum Tod von TTP-Chef Hakimullah Mehsud und zwei weiteren hochrangigen Kadern führten, würden jeweils 600 000 Dollar (408 000 Euro) bezahlt, hieß es. Auf 16 weitere Anführer der Aufständischen wurden Kopfgelder zwischen 119 500 Dollar und 239 000 Dollar ausgelobt. «Helfen Sie der Regierung, sie ihrer gerechten Strafe zuzuführen», stand in den Anzeigen. In Anlehnung an den Koran trugen sie die Überschrift: «Und verbreite kein Chaos im Land.»

Konflikte / Pakistan
02.11.2009 · 16:46 Uhr
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