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30 US-Soldaten sterben bei Absturz in Afghanistan

37 Tote bei HubschrauberabsturzGroßansicht

Kabul/Washington (dpa) - Schwarzer Tag für die US-Truppen in Afghanistan: Beim Absturz eines Militärhubschraubers im Osten des Landes sind 30 amerikanische Soldaten ums Leben gekommen.

Darunter sind nach US-Medienberichten 22 Einsatzkräfte der Elitetruppe Navy-Seals, die Anfang Mai den Chef des Terrornetzwerks Al-Kaida im benachbarten Pakistan getötet hatte. Den Berichten zufolge handelt es sich um den bislang schwersten Verlust für die US-Truppen seit Beginn des Militäreinsatzes am Hindukusch vor fast zehn Jahren.

Bei dem Vorfall in der Nacht zu Samstag starben auch sieben afghanische Soldaten und ein afghanischer Übersetzer. Das teilte die Internationale Schutztruppe Isaf mit.

Die radikal-islamischen Taliban erklärten, sie hätten den Hubschrauber in der Provinz Wardak südwestlich von Kabul abgeschossen. Die «New York Times» zitierte in ihrer Onlineausgabe einen nicht näher benannten Isaf-Vertreter, wonach eine Granate den Helikopter traf. Die Isaf bestätigte das nicht und teilte mit, sie untersuche die Umstände des Absturzes. Ein Sprecher räumte allerdings ein, dass es im Absturzgebiet «feindliche Aktivitäten» gegeben habe.

Der Gouverneur von Wardak, Mohammed Haleem Fedai, sagte, es habe in seiner Provinz einen Militäreinsatz afghanischer und ausländischer Truppen gegen die Taliban gegeben, bei dem acht Aufständische getötet worden seien. Wie der Sender CNN berichtete, war der Hubschrauber mit der Eliteeinheit auf dem Weg ins Kampfgebiet, um anderen Soldaten zu helfen, die offenbar unter Feuer der Taliban geraten waren.

Der afghanische Staatschef Hamid Karsai übermittelte US-Präsident Barack Obama und den Familien der Opfer sein «tiefstes Beileid». Auch Obama trauerte um die Toten. Seine Gedanken und Gebete seien bei den Angehörigen, erklärte er in Washington. Obama sprach von «außergewöhnlichen Opfern» der Soldaten in Afghanistan. Sie dienten an der Front, «damit wir in Freiheit und Frieden leben können».

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Guido Westerwelle äußerten sich bestürzt. «Ich bin tief betroffen von dem schrecklichen Verlust einer so großen Zahl amerikanischer Soldaten», übermittelte die Kanzlerin Obama. Ein solcher Vorfall werde die Nato jedoch nicht davon abhalten, den Wiederaufbau Afghanistans fortzusetzen.

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen bedauerte den Verlust so vieler Menschenleben und versicherte, die Nato stehe Seite an Seite mit dem amerikanischen und afghanischen Volk.

Derzeit sind rund 140 000 Nato-Soldaten in Afghanistan im Einsatz, darunter 100 000 aus den USA. Die Mehrheit wird bis Ende 2014 abgezogen. Obama hatte angekündigt, bereits bis zum Sommer nächsten Jahres 33 000 US-Soldaten heimzuholen. Nach Angaben des Pentagons wurden bislang etwa 1600 US-Soldaten in Afghanistan getötet.

Nach einem Nato-Beschluss sollen der Kampfeinsatz am Hindukusch bis 2014 beendet und die Sicherheitsverantwortung für das Land bis dahin schrittweise an die Afghanen übergeben werden. In den ersten sieben Gebieten übernahmen afghanische Armee und Polizei vor wenigen Wochen das Kommando von der Isaf.

Unterdessen starb am Samstag bei einem Bombenanschlag im Süden Afghanistans ein weiterer Isaf-Soldat. Zur Nationalität äußerte sich die Schutztruppe nicht.

In der südlichen Unruheprovinz Helmand wurden bei einem Angriff von Nato-Kampfflugzeugen auf ein Haus zudem acht Zivilisten getötet. Die Opfer, darunter Frauen und Kinder, gehörten alle zu einer Familie, teilte die örtliche Polizei am Samstag mit. Die Isaf kündigte an, den Vorfall zu untersuchen.

Konflikte / Afghanistan / USA
07.08.2011 · 15:06 Uhr
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