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30 Menschen in Afghanistan bei Anschlag getötet

Opfer des Bombenanschlags in Kandahar.Großansicht
Kandahar/Kabul/Islamabad (dpa) - Bei einem schweren Bombenanschlag auf einen Überlandbus sind am Dienstag in der südafghanischen Provinz Kandahar mindestens 30 Zivilisten getötet worden. Unter den Toten seien zehn Kinder und sieben Frauen, teilte das Innenministerium in Kabul mit.

39 weitere Zivilisten seien verletzt worden. Präsident Hamid Karsai verurteilte den Anschlag als «unverzeihlich». Der Sprecher des Provinzgouverneurs, Selmai Ayoubi, machte «Feinde Afghanistans und des Islams» für die Tat verantwortlich. So umschreiben afghanische Behörden Aufständische wie die Taliban.

Ayoubi sagte, die Zivilisten seien auf dem Weg von der westafghanischen Provinz Herat in die Hauptstadt Kabul gewesen. Im Distrikt Maiwand in Kandahar sei der Bus in eine Sprengfalle geraten. Bei einem Bombenanschlag in Kandahar-Stadt wurden unterdessen nach Angaben des Innenministeriums fünf weitere Zivilisten getötet. Das Fahrzeug, in dem zwei Frauen und drei Männer unterwegs waren, geriet ebenfalls in eine Sprengfalle. Eine weitere Frau starb den Ministeriumsangaben zufolge bei einer Bombenexplosion in der ostafghanischen Provinz Nangahar.

Zwischen Januar und August wurden nach Angaben der Vereinten Nationen 1500 Zivilisten in Afghanistan getötet, 20 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Rund zwei Drittel der Unbeteiligten starben bei Anschlägen und Angriffen der Aufständischen. Die meisten anderen Zivilisten kamen bei Luftangriffen ausländischer Truppen ums Leben.

Die NATO-geführte Internationale Schutztruppe ISAF teilte am Dienstag mit, in der südwestafghanischen Provinz Farah seien am Vortag «eine große Anzahl» Aufständischer getötet worden. An der Operation gegen die Taliban seien 500 Soldaten der afghanischen Armee und von US-Spezialeinheiten beteiligt gewesen. Die schweren Gefechte hätten mehr als zwölf Stunden gedauert. Die Truppen seien mit Panzerfäusten und Maschinengewehren beschossen worden. Sie hätten das Feuer erwidert und seien aus der Luft unterstützt worden. Soldaten seien nicht ums Leben gekommen.

Bei einem mutmaßlichen US-Raketenangriff im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan wurden am Dienstag nach Angaben aus Geheimdienstkreisen mindestens drei Extremisten getötet. Ein pakistanischer Geheimdienstmitarbeiter, der anonym bleiben wollte, sagte, eine Rakete habe ein Taliban-Versteck im halbautonomen Stammesgebiet Süd-Waziristan zerstört. Sieben Extremisten seien bei dem Beschuss lebensgefährlich verwundet worden.

Offiziell verurteilt die pakistanische Regierung die Angriffe, die von amerikanischen Drohnen - unbemannten Flugzeugen - geflogen werden. Pakistanische Armeevertreter räumen aber ein, dass die Streitkräfte selber die Amerikaner mit Zieldaten versorgen.

Konflikte / Afghanistan / Pakistan
29.09.2009 · 15:17 Uhr
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