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29 Tote bei Selbstmordattentat im Irak

Anschlag in BakubaGroßansicht

Bagdad (dpa) - Ein Selbstmordattentäter hat in der irakischen Stadt Bakuba 28 Menschen mit in den Tod gerissen.

Wie die Nachrichtenagentur Buratha News berichtete, wurden 46 Menschen verletzt, als der Attentäter am Mittwoch auf einem Markt in der Nähe einer schiitischen Mosche eine Autobombe zündete. Bakuba ist die Hauptstadt der nordöstlich von Bagdad gelegenen Provinz Bakuba. Während sich die Sicherheitslage im Land wieder verschlechtert, ist die Bildung einer Regierung in Bagdad in noch weitere Ferne gerückt.

Ein Treffen des amtierenden Ministerpräsident Nuri al-Maliki mit seinem Hauptrivalen Ijad Allawi brachte am Dienstagabend nicht den erhofften Durchbruch. «Es gibt nichts Neues, der Streit darüber, wer Regierungschef und wer Parlamentspräsident werden soll, dauert weiter an», sagte Haidar al-Mullah, der zu Allawis Al-Irakija-Allianz gehört. Westliche Beobachter in Bagdad befürchten nun, dass es erst nach dem Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan Mitte September eine neue Regierung geben wird.

Die stockende Regierungsbildung in Irak wird nach US-Angaben den Truppenabzug aus dem Land nicht verzögern. Das Pentagon halte an seinen Plänen fest, die Militärpräsenz bis Ende August auf 50 000 Soldaten zu reduzieren, sagte der führende US-Kommandeur General Ray Odierno am Mittwoch in Washington. Auch nach dem Abzug sei die Truppenstärke in dem Land noch groß genug, um das irakische Volk beim politischen Aufbau des Landes zu unterstützen.

Der Parteienstreit in Bagdad hat sich, weil auch die Spitzenbeamten der Ministerien für Inneres und Verteidigung in die Verhandlungen über die Regierungsbildung eingebunden sind, schon negativ auf die Sicherheitslage ausgewirkt. Vor allem die Zahl der Attentate auf die Mitglieder der für den Anti-Terror-Kampf gebildeten sunnitischen Bürgerwehren hat in den vergangenen Wochen stark zugenommen.

So töteten in Bagdads Sunniten-Viertel Adhamija Unbekannte am Mittwochabend den Kommandeur einer Bürgerwehr, als dieser gemeinsam mit mehreren Begleitern die zentrale Abu-Hanife-Moschee verließ. Ebenfalls am Mittwoch kam in der nördlichen Stadt Mossul eine Frau ums Leben, als ein Sprengsatz neben einer Polizeipatrouille detonierte. Ihr Kind wurde nach Angaben der Polizei verletzt.

Andernorts in der Stadt töteten Soldaten zwei mutmaßliche Kommandeure des Terrornetzwerkes Al-Kaida. Bei Anschlägen im Großraum Bagdad starben drei Menschen. Im Westen der Hauptstadt sei die Leiche eines jugendlichen Mordopfers gefunden worden, berichtete die Agentur Al-Yaqen.

Konflikte / Irak
21.07.2010 · 20:28 Uhr
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