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25 Tote in US-Bergwerk - Tote Kumpel in China

Rettungswagen an der Mine in West VirginiaGroßansicht
Washington/Peking (dpa) - Beim schwersten Grubenunglück in den USA seit einem Vierteljahrhundert sind in einer Kohle-Mine in West Virginia mindestens 25 Bergleute ums Leben gekommen. Zwei Kumpel wurden bei der gewaltigen Explosion verletzt.

Für vier vermisste Bergleute gab es am Dienstag, einen Tag nach dem Unglück, laut Behörden kaum noch Chancen auf Rettung. US-Präsident Barack Obama sprach von einem «tragischen Unglück» und sagte Gouverneur Joe Manchin jede Hilfe zu.

«Es muss eine schreckliche Explosion gewesen sein, um dieses Maß von Schaden anzurichten», sagte Manchin vor der Presse. Die Gleise der Loren «waren verbogen wie Brezeln». Irgendetwas sei «ganz kräftig schief gelaufen» in der Grube. Das Bergwerk müsse geschlossen werden, sollte es Sicherheitsverstöße gegeben haben, sagte der Gouverneur.

In China wurden unterdessen nach der Rettung von 115 Bergleuten fünf Kumpel tot aus der Unglücksgrube im Norden des Landes geborgen. Neun Tage nach dem Wassereinbruch in der Wangjialing-Zeche nahe der Stadt Xianning (Provinz Shanxi) ging die Suche nach 33 Vermissten weiter, wie die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua am Dienstag berichtete. Einige der geretteten Bergleute hatten Papier oder Baumrinde gegessen und schmutziges Wasser getrunken, um zu überleben. «Einige kauten sogar Kohle, um den Hunger zu bekämpfen», sagte ein Bergmann laut Xinhua.

Die Detonation in der Upper-Big-Branch-Kohlegrube in West Virginia ereignete sich am Montagnachmittag und war meilenweit zu hören. Die Ursache war zunächst unklar. «Es war, als stecke man mitten in einem Tornado», sagte Bergmann Steve Smith, der zum Zeitpunkt des Unglücks selber in der Nähe unter Tage arbeitete, dem Rundfunksender ABC. «Wir haben dann die Beine in die Hand genommen und sind 'raus.»

Am Dienstag setzten die Behörden die Suche nach den Vermissten zunächst aus - hohe Konzentrationen von Methan und Kohlenmonoxid galten als zu große Gefahr für die Rettungskräfte. Zunächst sollte schweres Gerät über die Grube gebracht werden, mit dem dann 400 Meter tiefe Entlüftungslöcher gebohrt werden sollten. Es sei unklar, wie lange die Arbeiten dauern werden, sagte Kevin Stricklin von der US- Behörde für Minensicherheit.

«Die Lage ist düster», sagte er. «Aber es ist weiter eine Rettungsoperation, bis bestätigt ist, dass diese vier Menschen nicht mehr leben», so Stricklin. «Es gibt immer wieder Wunder. Alles was uns jetzt bleibt, ist Hoffnung.» Abgeschirmt von der Öffentlichkeit versammelten sich Angehörige der Kumpel in einem Gebäude der Betreibergesellschaft zu Gebeten.

Das Unglück ist das schwerste in einem amerikanischen Bergwerk seit 1984. Damals starben in einer Grube im Staat Utah 27 Menschen. In der Upper-Big-Branch-Mine in West Virginia kamen in den vergangenen zwölf Jahren drei Arbeiter um. Die Zeche wird von der Massey Energy Co. betrieben. Insgesamt sind dort 200 Menschen beschäftigt. Im vergangenen Jahr wurden 1,2 Millionen Tonnen Kohle gefördert. Das schwerste Grubenunglück in der US-Geschichte ereignete sich ebenfalls in West Virginia: 1907 riss eine Explosion mehr als 360 Menschen in den Tod.

Unfälle / USA
06.04.2010 · 19:17 Uhr
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