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22 Bomben-Tote in syrischer Protesthochburg Idlib

Bei zwei Sprengstoffanschlägen in der syrischen Stadt Idlib sind mehrere Menschen getötet worden. Foto: Syrian Arab News Agency SANAGroßansicht

Damaskus/Istanbul (dpa) - Langsam nimmt die UN-Beobachtermission in Syrien Gestalt an. Doch die Waffenruhe, die von den unbewaffneten Militärs überwacht werden soll, hat sich immer noch nicht eingestellt.

Am Montagmorgen detonierten in der Nähe eines Hotels in der Stadt Idlib, in dem zwei der UN-Beobachter untergebracht waren, zwei große Sprengsätze. Nach Informationen der Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter starben mindestens 22 Menschen, als kurz hintereinander zwei Bomben in der Nähe des Militärgeheimdienstes und eines Gebäudes des berüchtigten Geheimdienstes der Luftwaffe explodierten. Die meisten Opfer seien Sicherheitskräfte gewesen.

Die staatliche Nachrichtenagentur Sana sprach von neun Toten und etwa 100 Verletzten. Sie veröffentlichte Bilder, auf denen mehrere zerstörte Gebäude zu sehen sind. Laut Aktivisten detonierte in Idlib am Nachmittag noch eine weitere Bombe, durch die mehrere Menschen verletzt wurden.

Vertreter der Protestbewegung behaupteten, das Regime von Präsident Baschar al-Assad sei für die Anschläge in Idlib verantwortlich. Sie begründeten ihren Verdacht mit einem Hinweis auf ein angebliches Geheimpapier aus dem Sicherheitsapparat, in dem ein Plan für Bombenanschläge skizziert worden sein soll, «damit die Leute nur noch die Wahl haben zwischen Sicherheit (repräsentiert durch das Regime) und dieser Freiheit, die sie wollen».

Der Chef der Beobachtermission, der norwegische General Robert Mood, nahm unterdessen seine Arbeit in Damaskus auf. Er traf sich dort mit Vize-Außenminister Faisal Mekdad.

Sana berichtete derweil, «eine Gruppe bewaffneter Terroristen» habe das Gebäude der Zentralbank in Damaskus in der Nacht mit Panzerfäusten angegriffen. Aktivisten meldeten, im Umland von Damaskus sei eine Autobombe explodiert. In den Provinzen Homs, Deir as-Saur, Damaskus und Hama zählten sie fünf Opfer der Truppen des Regimes. Darunter seien ein Christ und ein mutmaßlicher Assad-Gegner, der an den Folgen von Folterungen gestorben sei. Seit Beginn des Aufstandes gegen Assad im März 2011 sollen etwa 10 000 Menschen getötet worden sein. Zehntausende flohen in die Nachbarländer Libanon, Türkei und Jordanien.

Konflikte / Syrien
30.04.2012 · 18:06 Uhr
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