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18 Tote nach Anschlag in Peshawar

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Islamabad (dpa) - Nach dem verheerenden Selbstmordanschlag auf ein Luxushotel in der nordpakistanischen Millionenmetropole Peshawar ist die Zahl der Toten auf 18 gestiegen, darunter zwei Mitarbeiter der Vereinten Nationen.

Wie die Polizei am Mittwoch mitteile, wurden mindestens 64 Menschen zum Teil schwer verletzt. Unter den Verletzten ist auch eine Deutsche. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Die Behörden machten jedoch die radikal-islamischen Taliban verantwortlich.

Die Vereinten Nationen brachten fast alle ausländischen Mitarbeiter aus Peshawar in Sicherheit. Zudem werde die Versorgung der etwa 2,5 Millionen Flüchtlinge aus dem Swat-Tal aus Sicherheitsgründen bis Freitag ausgesetzt, sagte ein Sprecher des UN-Welternährungsprogramms (WFP). Die humanitäre Arbeit in der Nordwest- Grenzprovinz werde langfristig jedoch fortgesetzt, hieß es.

Die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) bestätigte am Mittwoch, dass eine ihrer Mitarbeiterinnen verletzt wurde. Die junge Frau schwebe jedoch nicht in Lebensgefahr, hieß es. Den Angaben zufolge war die Deutsche in der Region im Auftrag der GTZ für das Kinderhilfswerk UNICEF tätig. Ein Sprecher von UNICEF Deutschland sagte in Köln, die Frau habe Splitterwunden an Beinen, Armen und Hüfte erlitten. Nach dem Terroranschlag am Vorabend sei sie in Peshawar operiert und anschließend in die Hauptstadt Islamabad gebracht worden. «Sobald sich ihr Zustand stabilisiert hat, soll sie nach Deutschland geflogen werden», so der Sprecher weiter.

Unter den Toten sind nach Angaben der Vereinten Nationen in Islamabad ein Serbe, der für das Flüchtlingshilfswerk UNHCR tätig war, sowie die philippinische Leiterin des UNICEF-Bildungsprogramms in Pakistan. Neben der Deutschen seien drei weitere ausländische UN- Kräfte verletzt worden. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte die Tat aufs Schärfste und sprach von einem feigen terroristischen Akt, der durch nichts zu rechtfertigen sei.

Mindestens drei bewaffnete Angreifer in einem Lieferwagen hatten am Dienstagabend an der schwer gesicherten Zufahrt des Fünf-Sterne- Hotels Pearl Continental Sicherheitskräfte beschossen und sich Zugang zu dem Gelände verschafft. Wenig später sprengte einer der Attentäter das mit etwa 500 Kilogramm beladene Fahrzeug in die Luft. Durch die Wucht der Explosion stürzten Teile des Gebäudes ein.

Wie aus Sicherheitskreisen verlautete, könnte der Anschlag ein weiterer Racheakt der Taliban für die Militäroffensive gegen die Extremisten im Swat-Tal sein. In der nördlich von Peshawar gelegenen Gebirgsregion gehen Regierungstruppen seit Ende April massiv gegen die Aufständischen vor.

Das Militär teilte am Mittwoch mit, bei neuen Gefechten in Swat und angrenzenden Distrikten seien mindestens 28 Aufständische getötet worden. Nach Armeeangaben kamen seit Beginn der Offensive mehr als 1300 Taliban und etwa 110 Soldaten ums Leben. Mehr als 2,5 Millionen Menschen wurden in die Flucht getrieben und müssen von pakistanischen und internationalen Hilfsorganisationen versorgt werden.

Die Extremisten reagierten auf die Offensive mit einer Serie blutiger Anschläge. Erst am Freitag riss ein Selbstmordattentäter in einer Moschee im Distrikt Dir fast 50 Menschen mit in den Tod. Ende Mai starben bei einem Bombenanschlag in der ostpakistanischen Metropole Lahore über 20 Menschen.

Konflikte / Pakistan
10.06.2009 · 16:12 Uhr
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