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17 Tote bei Taliban-Angriff in Kabul

Anschlag in KabulGroßansicht
Kabul (dpa) - Ein Selbstmordkommando der radikal-islamischen Taliban hat im Zentrum der afghanischen Hauptstadt Kabul ein Hotel und zwei Gästehäuser angegriffen und dabei 17 Menschen getötet.

Wie ein Sprecher des Präsidentenpalastes am Freitag mitteilte, sind unter den Toten mindestens vier Inder und ein Italiener. Das Außenministerium in Neu Delhi erklärte dagegen, «bis zu neun Inder» seien bei dem «abscheulichen Anschlag» ums Leben gekommen. Nach Angaben der Regierung in Paris wurde zudem ein Franzose getötet. Das Auswärtige Amt in Berlin hat nach Angaben eines Sprechers keine Hinweise auf deutsche Opfer. Nach Angaben von Ärzten wurden insgesamt 32 Menschen verletzt, darunter acht weitere Inder und ein Pakistaner.

Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid bekannte sich zu dem Angriff und erklärte, fünf Selbstmordattentäter hätten ein von Ausländern genutztes Hotel attackiert. Zwei hätten sich in die Luft gesprengt, drei weitere hätten sich Gefechte mit Sicherheitskräften geliefert. Ein Polizeisprecher sagte, alle Angreifer seien getötet worden. Unter den Toten seien auch drei Polizisten. Die Lage sei unter Kontrolle. Die angegriffenen Gebäude, darunter eine Unterkunft für Mediziner einer von Indien betriebenen Klinik, befinden sich nur wenige Meter vom Innenministerium entfernt.

Die Drahtzieher des Anschlags hätten wieder einmal gezeigt, dass ihnen Menschenleben nichts bedeuten, sagte ein Sprecher der Vereinten Nationen in Kabul. NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen verurteilte der Anschlag in einer in Brüssel verbreiteten Erklärung scharf und nannte die Angreifer «Feinde Afghanistans».

In Kabul waren erst Mitte Januar bei koordinierten Angriffen und Selbstmordanschlägen der radikal-islamischen Taliban mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. Im Oktober hatten Aufständische in der Stadt ein Gästehaus der Vereinten Nationen angegriffen und sechs ausländische UN-Mitarbeiter getötet. Kurz zuvor starben zwölf Menschen bei einem Selbstmordanschlag auf die indische Botschaft.

Die indische Vertretung war bereits im Juli 2008 Ziel eines Terroranschlags geworden. Damals hatte ein Selbstmordattentäter mehr als 40 Menschen mit in den Tod gerissen, darunter zwei indische Diplomaten. Für die Tat hatte Indien den pakistanischen Geheimdienst ISI mitverantwortlich gemacht. Pakistan wies das zurück. Neu Delhi hat keine Truppen in Afghanistan, engagiert sich aber massiv beim zivilen Wiederaufbau im Land. In Pakistan sorgt das für Unmut. Der afghanische Präsident Hamid Karsai sagte am Freitag in Kabul, der neue Angriff auf indische Staatsbürger werde die Beziehungen zwischen Indien und Afghanistan jedoch nicht belasten.

Bei der Großoffensive «Muschtarak» in der südafghanischen Provinz Helmand kam unterdessen ein NATO-Soldat ums Leben. Wie die Internationale Schutztruppe ISAF am Freitag mitteilte, starb der Mann bei der Explosion eines Sprengsatzes. An der seit dem 13. Februar laufende Offensive sind 15 000 afghanische und ausländische Soldaten beteiligt. Am Donnerstag hatten Militär und Behörden in der einstigen Taliban-Hochburg Mardscha, der größten Stadt der umkämpften Region, die afghanische Flagge gehisst und offiziell die Kontrolle übernommen.

Konflikte / Afghanistan
26.02.2010 · 15:33 Uhr
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