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14-Jährige hörte nach Absturz weitere Überlebende

Angehörige der Passagiere warten auf den Komoren auf neue Nachrichten der Rettungskräfte.Großansicht
Paris (dpa) - Mehrere Insassen des in den Indischen Ozean gestürzten Airbus haben wahrscheinlich den Absturz zunächst überlebt. Die einzige gerettete Passagierin, die 14-jährige Bakari Bahiya, hörte nachts Menschen reden, als sie im Wasser trieb.

Das sagte ihr Vater dem französischen TV-Sender i-télé. Er habe mit seiner Tochter im Krankenhaus in Moroni telefonieren können, sagte Bakari Kassim. Sie habe gesagt: «Papa, wir sind ins Wasser gefallen. Ich habe Leute gehört, die sprechen. Doch ich habe niemanden gesehen. Um mich herum ist alles schwarz gewesen.» Einige Stunden später habe sie die Retter kommen sehen.

Unterdessen hat die Regierung der Komoren französische Berichte über die Ortung der Flugschreiber dementiert. Das Flugzeug der jemenitischen Gesellschaft Yemenia Air mit 153 Menschen an Bord war gestern beim nächtlichen Landeanflug auf die Komoren abgestürzt. Bisher wurde nur die 14-jährige Bakari gerettet. Außerdem wurden treibende Leichen gesichtet. Alle trugen Schwimmwesten. Wegen des hohen Seegangs ist die Bergung schwierig. Die Fluggesellschaft Jemenia geriet nach dem Absturz wegen mangelhafter Maschinen in die Kritik.

In Paris haben wütende Komorer den den Start einer Yemenia-Maschine in Richtung Sanaa verhindert. Die Demonstranten warfen der jemenitischen Fluggesellschaft vor, unsichere Maschinen auf dem Weg zu den Komoren einzusetzen. Die Flughafengesellschaft ADP verlegte den Flug auf ein anderes Terminal. Etwa 100 Passagiere seien in die A330 eingestiegen, berichteten TV-Korrespondenten vom Flughafen.

Ein Passagier, der bei dem Absturz am Dienstag mehrere Freunde verloren hatte, ließ sich das Ticket auszahlen. Rund 20 andere folgten seinem Beispiel. Starke Polizeikräfte sorgten dafür, dass die Passagiere einsteigen konnten.

Viele in Frankreich lebende Komorer nutzen den Ferienbeginn zu einem Heimatbesuch. Vor einem Jahr hatten die Komorer in Frankreich eine Organisation gebildet, um bessere Flugbedingungen bei Yemenia durchzusetzen. Die Flüge von Paris gehen über Marseille nach Sanaa. Dort müssen die Passagiere in ein anderes Flugzeug Richtung Moroni umsteigen.

Der Name des wundersam geretteten Mädchens heißt auf Deutsch «Hoffnung». Seine Tochter habe ihm gesagt, es gehe ihr gut, sagte der Vater Bakari Kassim. «Ich habe vom Arzt die Bestätigung, dass es gewisse Verbrennungen gibt. Aber im Augenblick gibt es nichts Schlimmes.»

Die Bakaris wohnen in einem Pariser Vorort. Bahiya hatte nach der Rettung zunächst geweint und nach ihrer Mutter gefragt, die mit im Flugzeug gesessen hatte. Die Familie hatte das Mädchen mit der Reise auf die Komoren mit der Kultur ihrer Vorfahren vertraut machen wollen.

Luftverkehr / Unfälle / Komoren
01.07.2009 · 11:03 Uhr
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