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103 sterben bei Absturz - Deutsche darunter?

Flugzeugabsturz in TripolisGroßansicht
Tripolis/Berlin (dpa) - Unter den 103 Todesopfern des Flugzeugabsturz von Tripolis sind nach nach Angaben der libyschen Nachrichtenagentur Jana auch Deutsche. Nur ein kleiner Junge aus den Niederlanden überlebte das Unglück.

Der Airbus A330-200 der libyschen Gesellschaft Afriqiyah Airways war am Mittwochmorgen beim Anflug auf Tripolis neben der Landbahn aufgeschlagen und zerschellt. Der JANA- Meldung zufolge sind 61 Holländer, 13 Libyer sowie Passagiere aus Deutschland, Südafrika, Finnland, Simbabwe, Großbritannien, Frankreich und den Philippinen unter den Opfern. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes wollte die Angaben zunächst nicht bestätigen. Man könne aber nicht ausschließen, dass auch Deutsche unter den Opfern sind.

Man stehe weiterhin mit den libyschen Behörden in Verbindung, um die Identität der Opfer zu klären, hieß es am späten Abend in Berlin. Am Nachmittag hatte das AA noch erklärt, es gebe keine Hinweise auf deutsche Opfer. An Bord der Unglücksmaschine befanden sich nach Auskunft der Fluggesellschaft 11 libysche Besatzungsmitglieder und 93 Passagiere.

Der Zustand des einzigen Überlebenden ist nach Angaben der Ärzte stabil. Der kleine Junge habe Knochenbrüche und Blutergüsse erlitten, sagte ein Krankenhaus-Mitarbeiter. Der niederländische Sender RTL Nieuws veröffentlichte auf seiner Website ein Video, das den Jungen im Krankenbett zeigt. Ein libyscher Arzt erklärt darin, das Kind habe sich beide Beine gebrochen. Der Junge trägt einen Kopfverband und eine Sauerstoffmaske. Er hat die Augen geöffnet und steht offensichtlich unter Schock. Die Angaben über das Alter des Jungen gehen auseinander. Einem Sprecher am Flughafen zufolge soll er neun Jahre alt sein, andere Quellen berichteten, er sei acht oder zehn Jahre alt.

Auch Stunden nach dem Unglück war die Absturzursache noch unklar. Einen Terroranschlag schlossen die libyschen Behörden aber aus. Ein Augenzeuge will gesehen haben, wie kurz vor dem Aufprall Flammen aus einem Triebwerk schlugen. Die Maschine war in Südafrika gestartet und sollte in der libyschen Hauptstadt landen. Viele der Passagiere wollten von Johannesburg via Libyen nach London, Brüssel, Düsseldorf oder Paris fliegen.

Im libyschen Fernsehen wurde gezeigt, wie an der weiträumig abgesperrten Unglücksstelle der Flugdatenschreiber und der Stimmenrekorder geborgen wurden. Berichte, wonach kurz vor der Landung ein technischer Defekt festgestellt worden sein soll, bestätigten die Behörden nicht. Der Flugzeughersteller Airbus versprach, die Luftfahrtbehörde bei der Untersuchung des Unglücks zu unterstützen und schickte ein Expertenteam nach Tripolis.

Es war der erste schlimme Unfall der libyschen Fluggesellschaft Afriqiyah Airways. Nach Angaben der Europäischen Agentur für Flugsicherheit mit Sitz in Köln hat die erst 2001 gegründete Airline mehrere Sicherheitstests bestanden.

Unfälle / Luftverkehr / Libyen
13.05.2010 · 08:58 Uhr
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