Filmkritik - Vom Suchen und Finden der Liebe (2005)
 
 

Vom Suchen und Finden der Liebe

DVD / Blu-ray :: IMDB (5,7)
Regie: Helmut Dietl
Darsteller: Moritz Bleibtreu, Alexandra Maria Lara
Laufzeit: 110min
FSK: ab 6 Jahren
Genre: Komödie, Romanze (Deutschland)
Verleih: Constantin Film
Filmstart: 27. Januar 2005
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
In einer verregneten Nacht lernt der Komponist Mimi Nachtigal eine junge Sängerin kennen, der er den poetischen Namen „Venus Morgenstern“ gibt, und für die er künftig seine schönsten Lieder schreiben wird. Die beiden geloben, sich immer und ewig zu lieben, in einer Liebe, die „über den Tod hinausgeht, und den Tod sogar noch besiegt“, ganz wie einst Orpheus und Eurydike. Obwohl ihn sein älterer Freund, der Musikprofessor Theo Stokowski, eindringlich davor warnt, sich einer so romantisch-obsessiven Liebesbeziehung hinzugeben, besteht Mimi darauf, seine Vision von der „einzigen und ewigen großen Liebe“ auf Biegen und Brechen zu verwirklichen, bis es dann nach sieben langen Jahren des gegenseitigen Biegens tatsächlich zum Bruch zwischen ihm und Venus kommt. Während es dem pragmatischen Theo durch gezielte Unterdrückung geheimer erotischer Sehnsüchte gelingt, mit seiner ebenso pragmatischen Frau Helena ein harmonisches Familienleben zu führen, gerät Mimi durch die Trennung von Venus in eine existentielle Krise, die ihren Höhepunkt in einem gelungenen Selbstmordversuch in Theos Ferienhaus auf einer griechischen Insel findet. Zu seinem großen Erstaunen muss Mimi jedoch feststellen, dass mit dem Tod weder sein Leben noch sein Liebesschmerz ein Ende finden. Ein mitfühlender Gott – der Seelenbegleiter Hermes Aphroditos persönlich – nimmt ihn bei der Hand, um ihn in die Ewigkeit der Unterwelt und – nicht ganz uneigennützig – in eine Erotik von göttlicher Dimension einzuführen. Theo erfährt von Mimis Ableben und mysteriöser Hadesfahrt durch einen konfusen Telefonanruf der jungen Schäferin Kalypso, die neben ihren Ziegen auch Theos Ferienhaus hütet. Keine Sekunde lang glaubt er an die Nachricht, hält Kalypso vielmehr für das Opfer halluzinogener Drogen- und/oder Sexualexzesse und beschließt, unverzüglich nach Griechenland zu reisen, um das arme unschuldige Mädchen aus den Fängen seines Freundes Mimi zu befreien. Dieser hat in der Unterwelt ganz andere Probleme. Zum einen kann er trotz reichlichem Genuss von Lethewasser seine geliebte Venus nicht vergessen, zum anderen muss er sich des immer zudringlicher werdenden Hermes Aphroditos erwehren, der sich in ihn verliebt hat. Als der Gott erkennt, dass seine Liebe nicht erwidert wird, beschließt er, sich in Venus zu verwandeln, um Mimi in Gestalt seiner Geliebten zu verführen. Die wirkliche Venus ist unterdessen mit ihrem neuen Liebhaber, dem Musikproduzenten Harry, auf Deutschlandtournee gegangen, wo sie vor ausverkauften Häusern Mimis Lieder singt, was wiederum dazu führt, dass auch sie ihren ehemaligen Geliebten nicht vergessen kann. Ein Nervenzusammenbruch überzeugt sie vollends: Sie muss zu Mimi zurückkehren, verlässt Harry und nimmt kurzentschlossen das nächste Flugzeug nach Griechenland. Verzweifelt und ratlos steht Theo in seinem Ferienhaus vor Mimis Leiche. Vom Schmerz über den Verlust des Freundes überwältigt, sinkt er in die Arme der schönen, schon seit langem insgeheim begehrten Kalypso. Helena, seine erotisch vernachlässigte Frau, die wiederum ihn, Theo, kurz nach seinem Abflug mit einem anderen Mann betrogen hat, reist nun ihrerseits nach Griechenland, um ihrem Mann in seiner schweren Stunde beizustehen. Auf der Fähre begegnen sich Helena und Venus. Begeistert wie nie zuvor schwelgt Venus in Zukunftsplänen, und Helena hat Mühe, ihrer euphorischen Freundin klar zu machen, dass ihr geliebter Mimi tot ist. Venus ist fassungslos und will nicht glauben, was geschehen ist, ebenso wenig Helena, die ihren Theo ziegenhütend an der Seite der jungen Schäferin findet. Der einzige, dem es inzwischen blendend geht, ist der verstorbene Mimi: Er lebt im wunderbaren Wahn, Venus sei zu ihm in die Unterwelt herabgestiegen. Leibhaftig hält er sie in Armen, schläft mit ihr, ist überglücklich – bis er erkennt, dass er von einem verwandelten Hermes Aphroditos übertölpelt worden ist. Nun ergreift ihn die schiere Verzweiflung, als stürbe er zum zweiten Mal. Verzweiflung herrscht auch in der Oberwelt: Helena, die ihren Theo um jeden Preis zurückhaben will, scheut sich nicht, über ihren eigenen stolzen Schatten zu springen und sich in die Hütte der Schäferin zu schleichen, wo sie sich tapfer zu ihrem Mann und seiner Geliebten ins Bett legt und eine ménage à trois in die Wege zu leiten versucht. Auch Venus ist zum Äußersten entschlossen. Im Olivenhain hinter dem Haus befindet sich ein altes Brunnenloch, von dem die Sage geht, dies sei einer der letzten Eingänge zur Unterwelt. Dort hinein steigt Venus, um Mimi ins Leben zurückzuholen. Das Ende der Geschichte von Mimi Nachtigal und Venus Morgenstern verläuft nicht anders als die Geschichte von Orpheus und Eurydike. Gefahrvoll und schwierig ist es, in die Unterwelt hinabzusteigen, und die Götter zur Freigabe des Geliebten zu bewegen. Die größte Schwierigkeit besteht aber bekanntlich im gemeinsamen Wiederaufstieg mit dem grausamen Gebot: Schau nicht zurück!

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