Filmkritik - Unter der Sonne der Toskana (2003)
 
 

Unter der Sonne der Toskana

DVD / Blu-ray :: IMDB (6,7)
Original: Under the Tuscan Sun
Regie: Audrey Wells
Darsteller: Lindsay Duncan, Anita Zagaria
Laufzeit: 113min
FSK: ohne Altersbeschränkung
Genre: Drama, Komödie (Italien, USA)
Verleih: Buena Vista International
Filmstart: 15. April 2004
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Das Leben der Schriftstellerin und Literaturkritikerin Frances Mayes (DIANE LANE) scheint in bester Ordnung zu sein, bis sie aus heiterem Himmel von der Affäre ihres Mannes erfährt und mit den knallharten Gegebenheiten einer Scheidung - ihrer eigenen - konfrontiert wird. Sie verliert dabei alles, auch ihr Heim in San Francisco, und findet sich in einem heruntergekommenen Apartmenthaus für frisch Geschiedene wieder. Vor allem aber leidet sie unter dem Schock der Trennung, dem plötzlichen Verlassensein und der Ungerechtigkeit des Schicksals. Der Boden schwankt unter ihren Füßen, und ihre Freunde befürchten, dass sie sich vielleicht nie mehr von diesem Schicksalsschlag erholen wird. Der Mensch, der ihr am nächsten steht, ist ihre Freundin Patti (SANDRA OH), die, im Gegensatz zu ihr, einem freudigen Ereignis entgegensieht: Patti wird Mutter. Da sie unter diesen Umständen nicht fliegen will, schenkt sie Frances eine Reise in die Toskana, die sie eigentlich selbst mit ihrer Lebensgefährtin unternehmen wollte. Anfangs sträubt sich Frances, doch irgendwann wird ihr klar, dass sie nichts mehr zu verlieren hat: Schlimmer kann es nicht kommen, also kann sie sich auch auf eine Gay-Tour nach Italien begeben. Und so findet sie sich kurz darauf in einer fröhlichen Homo-Reisegruppe in der Toskana wieder, die alles daran setzt, sie aufzuheitern. Beim Bummel über den Markt des hinreißenden Städtchens Cortona erweckt eine Anzeige in einem Immobilienbüro ihre Aufmerksamkeit, und als der Bus kurz darauf an ebendem Objekt vorbeifährt, steigt sie kurz entschlossen aus. Mit ihrem Koffer in der Hand betritt Frances den verwunschenen Garten der alten Villa „Bramasole“ - es ist Liebe auf den ersten Blick. Und auch - oder gerade weil - ihr klar ist, dass sie im Begriff steht, etwas völlig Verrücktes zu tun, entschließt sie sich zum Kauf des baufälligen Hauses. Eine große Hilfe dabei ist der Immobilienmakler Signor Martini (VINCENT RIOTTA), der ihr einen kleinen Trupp polnischer Arbeitskräfte vermittelt und in allen kniffligen Lebenslagen zur Stelle ist, etwa als sich eine Schlange in das alte Gemäuer schleicht. Ihm vertraut sie ihre Sorgen, Nöte und Wünsche an: Sie will nicht allein bleiben, das Haus soll mit Kinderlachen erfüllt sein, in seinen Mauern soll eine Hochzeit stattfinden. Für Signor Martini ist das nicht immer leicht, denn der integre Mann ist verheiratet und dabei, sich heftig in Frances zu verlieben. Auch die Renovierung erweist sich als schwierig: Eine Wand des Hauses stürzt ein, der Garten ist völlig verwildert, und als in einer Nacht ein kräftiges Gewitter niedergeht und ein Käuzchen in ihrem Schlafzimmer Zuflucht sucht, ist Frances mit den Nerven am Ende. Die Freundin in San Francisco ist auch keine Hilfe: Patti ringt mühsam um Fassung, als sie telefonisch die Neuigkeit erfährt. Doch das neue Leben nimmt Frances so in Beschlag, dass sie gar nicht dazu kommt, über die Vergangenheit nachzugrübeln. Ihre Umgebung fordert sie, vor allem die Bekanntschaft mit der exzentrischen Lebenskünstlerin Katherine (LINDSAY DUNCAN), einer Genießerin, die allen Situationen etwas abzugewinnen weiß. Zögernd schließt Frances neue Freundschaften, und die drei polnischen Arbeiter in ihrem Haus werden zur Ersatzfamilie, die sie bekocht und umsorgt. Vor allem der junge Pawel (PAWEL SZADJA) sucht ihren Rat. Er hat sich ganz unstandesgemäß in Chiara (GIULIA STEIGERWALT), die Tochter des Großgrundbesitzers, verliebt, der natürlich nichts von dieser Verbindung wissen will. Als ihr buchstäblich die Decke auf den Kopf fällt, gönnt sich Frances einen Ausflug nach Rom. Dort trifft sie auf den unglaublich attraktiven Neapolitaner Marcello (RAOUL BOVA), der sie zu einem Ausflug in sein Strandrestaurant im malerischen Positano entführt. Anfangs ist Frances irritiert - Liebe war in ihrem Leben einfach nicht mehr vorgesehen! Doch sie lässt sich von Marcellos Charme mitreißen und verbringt eine leidenschaftliche Nacht mit ihm. Sie verabreden, sich bald wiederzusehen. Als Frances am nächsten Wochenende nach Positano aufbrechen will, steht plötzlich die hochschwangere Patti vor ihrer Tür. Sie ist verlassen worden und fühlt sich genauso elend wie Frances vor gar nicht langer Zeit. Natürlich bleibt Frances, um ihre Freundin zu trösten, und steht ihr kurz darauf auch bei der Geburt ihres Kindes bei. So vergeht die Zeit, und wann immer sie Marcello wiedersehen will, kommt etwas dazwischen. Währenddessen verwandeln sich Haus und Garten von einer Ruine zurück in ihre ursprüngliche strahlende Schönheit. Bramasole ist von Leben erfüllt, und Frances gelingt es auch, wieder zu schreiben. Doch etwas fehlt. Sie kann Marcello nicht vergessen und macht sich auf den Weg nach Positano. Das Wiedersehen allerdings verläuft anders als geplant: Der schöne Italiener hat sich über ihr Fernbleiben bereits mit einer anderen hinweggetröstet. Damit ist genau die Situation eingetreten, die Frances gefürchtet hat: wieder verlassen zu werden. Resigniert kehrt sie nach Hause zurück. Dort wird sie mit einem anderen Problem konfrontiert: Sie überrascht Pawel und Chiara in ihrem Bett. Sie ist empört, lässt sich aber rühren von der Geschichte der jungen Liebenden und setzt sich bei Chiaras Eltern für sie ein. Am Ende erkennt Frances, dass ihre Wünsche in Erfüllung gegangen sind: In Bramasole findet eine Hochzeit statt, das Haus ist erfüllt von Menschen, Lachen und Kindergeschrei. Und dann, als sie nichts mehr erwartet, passiert doch noch das, wonach sie sich so lange gesehnt hat.

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