Filmkritik - The Life and Death of Peter Sellers (2004)
 
 

The Life and Death of Peter Sellers

DVD / Blu-ray :: :: IMDB (7,0)
Regie: Stephen Hopkins
Darsteller: Charlize Theron, Emily Watson
Laufzeit: 122min
FSK: ab 12 Jahren
Genre: Drama (Großbritannien, USA)
Verleih: Warner Bros. Pictures
Filmstart: 28. April 2005
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
„The Life and Death of Peter Sellers“ zeigt uns das Privatleben eines der brillantesten und begabtesten Filmkomiker überhaupt. Seine unübertreffliche, unverwechselbare Fähigkeit der Nachahmung und sein Erfindungsreichtum machten ihn zu einem internationalen Star. Regisseur Stephen Hopkins begleitet Oscar-Preisträger Geoffrey Rush auf seiner schauspielerischen Tour de force – einer kaleidoskopischen, alle Genres überschreitenden Odyssee durch Sellers’ Leben, die sein komödiantisches Genie ebenso beleuchtet wie sein albtraumhaftes Innenleben. Der Film erhebt Sellers’ geradezu unheimliches Talent, in andere Figuren zu schlüpfen, zum Gestaltungsprinzip: So lässt sich demonstrieren, dass der Schauspieler unfähig war, mit seiner eigenen Persönlichkeit im Einklang zu leben. Sellers’ lustige Masken dienen dabei als Fenster zu seiner Seele, seine ständigen Verwandlungen verraten, wie sehr er sich nach Liebe sehnte, und wie schwer es ihm selbst fiel, Liebe zu geben. ********* London, 1957. Das junge Publikum hängt an den Radiolautsprechern, wenn auf BBC „The Goons“ ihre verrückten Mätzchen abspulen: Diese anarchistische Comedian-Truppe hat einen ausgeprägten Hang zum Absurden. Einer der genialen Köpfe des Teams ist Peter Sellers (Geoffrey Rush), ein frustrierter Schauspieler, der auf eine echte Chance beim Film hofft. Seine dominante Mutter Peg (Miriam Margoyles) bringt ihn dazu, seine Karriere aggressiver voranzutreiben. Also denkt sich Peter ein kluges Betrugsmanöver aus, mit dem er eine wichtige Filmrolle ergattert, die ihm den British Film Academy Award einbringt. Jetzt hat Sellers einen „Namen“, und wenig später schon dreht er einen Film mit der italienischen Sexbombe Sophia Loren (Sonia Aquino). Er verliebt sich Hals über Kopf in sie, doch sie ist glücklich verheiratet und gibt ihm einen Korb. Durch seine hemmungslose Verehrung der Loren kommt es zur Krise in seiner Ehe mit Anne (Emily Watson): Weil er so leichtfertig bereit ist, Anne und die beiden Kinder aufzugeben, wendet sie sich einem anderen Mann zu. Sellers kämpft mit Depressionen und Einsamkeit – deswegen sucht er bei Maurice Woodruff (Stephen Fry) Hilfe, dem Wahrsager der Stars. Maurice sieht in Sellers’ Zukunft eine Menge schöner Frauen, aber er steuert ihn auch in Richtung bestimmter Filmprojekte. Dafür bekommt Maurice finanzielle Zuwendungen der Studios, die Sellers’ Rollenwahl auf diese Weise beeinflussen wollen. Der erfolgreiche Regisseur Blake Edwards (John Lithgow) will Sellers als Nebendarsteller in „The Pink Panther“ (Der rosarote Panther) besetzen – David Niven übernimmt die Hauptrolle. Doch Sellers spielt mit seiner umwerfenden Darstellung des Inspektors Clouseau alle Kollegen an die Wand. Der Film wird ein Hit, die Kritiker sind begeistert, und trotzdem hasst Sellers seinen Auftritt. Voller Trauer reagiert Sellers, als er erfährt, dass sein Vater (Peter Vaughan) ins Krankenhaus eingeliefert wurde, wo er bald darauf stirbt. Er begreift nicht, dass seine Mutter so lange gezögert hat, ihn zu informieren, weil sie meinte, er sei „vollauf mit seiner Karriere beschäftigt“. Regisseur Stanley Kubrick (Stanley Tucci) bittet Sellers, gleich mehrere Hauptrollen in „Dr. Strangelove“ (Dr. Seltsam) zu übernehmen – mit dieser Leistung wird Sellers erstmals für den Oscar nominiert. Aber er gewinnt ihn nicht. Deprimiert besucht er Maurice, der ihn dazu drängen will, Blake Edwards’ Angebot für eine „Pink Panther“-Fortsetzung zu akzeptieren. Maurice suggeriert ihm daher, dass jemand mit den Initialen „B.E.“ das wahre Glück bringen wird. Als Sellers dann liest, dass die schöne schwedische Schauspielerin Britt Ekland (Charlize Theron) in London eintrifft, glaubt er die Person aus Maurice’ Zukunftsdeutung gefunden zu haben und macht ihr den Hof. Drei Wochen später heiraten die beiden. Einige Wochen nach der Hochzeit erleidet Sellers einen fast tödlichen Herzanfall – es kommt zum Herzstillstand. Jetzt ist Sellers entschlossen, mit Britt glücklich zu sein und auch seine Karriere in eine bessere Richtung zu steuern – er gelobt, die verrückten Faxen aufzugeben und ernsthafte Rollen zu spielen. Seine James-Bond-Rolle in „Casino Royale“ versucht er ganz normal anzulegen – was in einem Fiasko endet: Er bricht die Dreharbeiten ab. Als bei Britt die Wehen einsetzen – sie bekommt ihr erstes Kind von Sellers – rast er mit ihr zum Krankenhaus, stößt sie einfach in einen Rollstuhl und überlässt sie den Krankenschwestern. Der ideale Vater ist er wirklich nicht – was sich auch bei den Dreharbeiten zu „After the Fox“ (Jagt den Fuchs) wieder zeigt: Er verbietet Britt, zum Set zu kommen, weil das Baby schreit. Als Peg stirbt, lässt Sellers seine Trauer an Britt aus. Es kommt zu einer heftigen Auseinandersetzung – Britt nimmt das Kind und überlässt ihren Mann seinen Depressionen und der Angst vor neuen Rollen. Blake Edwards bietet Sellers „The Return of the Pink Panther“ (Der rosarote Panther kehrt zurück) an. Der akzeptiert die Rolle nach einer Sitzung mit Maurice, der den Geist von Peg beschwört. Der Film ist ein Riesenerfolg, aber in typischer Selbstverachtung erniedrigt Sellers sich und auch Edwards bei der Premierenfeier. Er zieht sich in sein Schweizer Chalet zurück, wo er sein Privatleben und seine Karriere Revue passieren lässt. Verzweifelt will er einen neuen Anfang machen: Er verbrennt alles, was ihm lieb und wert ist, um sich durch das Feuer symbolisch zu reinigen. Von dem Roman „Being There“ (Willkommen, Mr. Chance) ist er völlig besessen – leidenschaftlich bemüht er sich um eine Filmversion, die sich schließlich tatsächlich realisieren lässt. Die Rolle des Gärtners Chance wird zum Dreh- und Angelpunkt seiner Karriere als Schauspieler, aber auch seines Privatlebens. Wieder wird er für den Oscar nominiert. Blake Edwards überredet Sellers zu einem Treffen in einem Schweizer Restaurant – es geht um eine weitere „Pink Panther“-Fortsetzung. Doch als der Regisseur den regungslos, wie versteinert dastehenden Sellers unter einer Straßenlaterne entdeckt, wird ihm klar, dass es kein weiteres Sequel geben wird.

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