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Filmkritik - Spider (0)
 
 

Spider

DVD / Blu-ray :: :: IMDB (6,9)
Regie: David Cronenberg
Darsteller: Lynn Redgrave, John Neville
Laufzeit: 94min
FSK: ab 12 Jahren
Genre: ?????
Verleih: Columbia Tristar Film
Filmstart: 10. Juni 2004
Bewertung: 8,5 (2 Kommentare, 2 Votes)
Ein Bahnhof in London. Dennis Cleg (Ralph Fiennes), den seit seiner Kindheit jeder nur „Spider“ nennt, verlässt einen Zug und beginnt einen Fußmarsch in eine ungewisse Zukunft. Nach vielen Jahren in einer Anstalt für kriminelle Geisteskranke soll er in die Gesellschaft resozialisiert werden. Der Staat hat ihn in die Obhut der resoluten Mrs. Wilkinson (Lynn Redgrave) gegeben, die in einem schäbigen Stadtteil eine Pension für Menschen wie Spider betreibt. Spider ist ein Wrack. Wirr murmelnd und unendlich langsam schlurfend zieht er durch die Stadt. Er trägt vier Hemden übereinander, darüber noch einen alten Trenchcoat. Sein einziger Besitz ist eine Tabakdose, aus der er unermüdlich Zigaretten dreht, und ein zerschlissener Koffer, der nichts enthält außer einem Wecker, vielen Bindfäden und ein dünnes Heftchen, in das Spider in einer unidentifizierbaren Krakelschrift seine „Tagebuch“-Eintragungen macht. In der „Pension“, die kaum mehr ist als ein besseres Obdachlosenasyl, bleibt Spider für sich. Einzig der verschrobene Terrence (John Neville) redet unermüdlich auf ihn ein und scheint sich nicht daran zu stören, dass Spiders Reaktion auf sein Geplapper kaum der Rede wert ist. Doch so still Spider an der Oberfläche auch sein mag – in seinem Inneren brodelt es. Spiders Hirn ist voll von Erinnerungsfetzen an seine schreckliche Kindheit und das blutige Geheimnis, das ihn zu dem gemacht hat, was er ist. Jetzt, da er aus der Abgeschiedenheit der Anstalt heraus und an den Ort seiner Vergangenheit zurückgekehrt ist, beginnt ihn der Albtraum wieder einzuholen. Spider sieht sich selbst als Kind und erlebt das Grauen noch einmal: Spider war ein stiller Junge. Er hatte keine Freunde und seine ganze Liebe gehörte seiner Mutter (Miranda Richardson), einer herzensguten, sanften, aber auch latent depressiven Frau. Spiders Vater (Gabriel Byrne) war anders: Ruppig, grob und wortkarg. Mit seinem Sohn kann er nicht viel anfangen. Er ist ihm zu ruhig, zu seltsam, nicht Kerl genug. Gelegentlich muss Spider seinen Vater aus dem Pub zum Abendessen abholen. Dort sitzt stets auch Yvonne (Miranda Richardson) – eine laute, vulgäre Person, die selbst der Wirt nur als „die dralle Schlampe“ tituliert. Hysterisch lachend zeigt die betrunkene Yvonne dem Kind eines Abends ihre nackte Brust. Spider ist angeekelt. Doch was den Jungen abstößt, zieht seinen Vater an. Mr. Cleg beginnt eine Affäre mit Yvonne. Es beginnt mit einem kurzen, fast geschäftsmäßigen sexuellen Intermezzo unter irgendeiner Brücke und weitet sich schon bald zu regelmäßigen Treffen aus. Spider zieht sich immer mehr zurück. Er beginnt, Bindfäden durch sein Zimmer zu spannen. Er versteckt sich in einem Netz. Wie bei einer Spinne. Mit immer mehr Fäden. Das Netz wird immer dichter und Spider sitzt mitten drin. Irgendwann scheint auch seine Mutter zu ahnen, was ihr Mann treibt. Als sie ihn im Pub aufsuchen will, ist er nicht da. Mrs. Cleg macht sich auf den Weg zu ihrem Schrebergarten. Als sie die Tür zu der kleinen Bretterbude öffnet, entdeckt sie dort ihren Mann und Yvonne in eindeutiger Pose. Ohne zu Zögern erhebt sich Mr. Cleg, nimmt eine Schaufel, holt weit aus und erschlägt seine Frau. Lachend verscharren Yvonne und der Mörder danach ihr blutüberströmtes Opfer im Gemüsebeet. Von da an lebt Yvonne als neue Mutter in Spiders Haus. Alle tun so, als hätte sich nichts geändert. Als Spider es einmal wagt aufzubegehren und seinen Vater einen Mörder schimpft, kassiert er eine schallende Ohrfeige. Spider ist ein kluger Junge und er beginnt mitzuspielen. Er tut so, als wäre diese entsetzliche Frau, die nur aus Alkohol und Sex zu bestehen scheint, tatsächlich seine Mutter. Sein Vater glaubt, er hätte seinen Sohn im Griff. Doch Spider sitzt in seinem Zimmer, umgeben von einem immer dichteren Netz aus Fäden. Spider schmiedet einen Plan...

Kommentare

(2) Rotkehlchen vergibt 9 Klammern · 19. September 2004
Absolut sehenswert, wenn auch ein wenig 'dröge', mit hervorragenden schauspielerischen Leistungen (Ralph Fiennes und Gabriel Byrne).
(1) k126085 vergibt 8 Klammern · 08. September 2004
super film, schauspielerisch eine Leistung!!langatmig , aber gut!!
 

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