Filmkritik - Spanglish (2004)
 
 

Spanglish

DVD / Blu-ray :: :: IMDB (6,5)
Regie: James L. Brooks
Darsteller: Cloris Leachman, Ricardo Molina
Laufzeit: 131min
FSK: ab 6 Jahren
Genre: Drama, Komödie, Romanze (USA)
Verleih: Sony Pictures
Filmstart: 07. April 2005
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
In einem Vorort von Mexico City. Aus ihrem bescheidenen Haus stürmt die attraktive Flor (PAZ VEGA) direkt auf den haltenden Schulbus zu. Cristina (VICTORIA LUNA), eine liebenswerte Sechsjährige und Flors Augapfel, eilt ihrer Mutter entgegen. Die gegenseitige Zuneigung der beiden ist ganz offensichtlich, als sie sich umarmen. In Flors Leben gibt es nichts Wichtigeres als das Wohl ihrer Tochter – vor allem, seit deren Vater sie rücksichtslos sitzen gelassen hat. Und Flor ist Cristinas großes Vorbild – schön, selbständig und stolz. Die herzliche Zweisamkeit dieser beiden im heimischen Mexiko soll allerdings nicht von langer Dauer sein: Als allein erziehende Mutter mit wenig Geld und wenigen Optionen und in der Hoffnung auf ein besseres Leben für ihre Tochter, hat sich Flor eines Tages wehmütig dazu durchgerungen, mit Cristina ihre Heimat zu verlassen. Sie müssen nicht lange suchen, um ein adäquates neues Zuhause zu finden: Im spanischen Viertel von Los Angeles richten sie sich zunächst bei Flors Cousine häuslich ein, finden bald eine eigene Wohnung, und Flor einen Job, und im Mikrokosmos der Latinogemeinde muss die Mexikanerin nicht einmal ihre Sprache aufgeben, geschweige denn eine fremde lernen. Anders als Cristina (SHELBIE BRUCE), die endlich eine gute Schule besucht. Als aus ihrer Tochter langsam ein auffallend hübscher Teenager wird, zeigt sich, dass die Ähnlichkeit mit ihrer Mutter auch anderen nicht verborgen bleibt. Für Flor höchste Alarmstufe! Um Cristina vor männlichen Machoblicken und einem ähnlichen Schicksal wie ihrem eigenen zu bewahren, muss mit den Nachtschichten Schluss sein und ein neuer Job her. Womit wir uns am Ausgangspunkt der Geschichte befinden. Zum ersten Mal seit ihrer Ankunft in den Vereinigten Staaten soll Flor ein fremdes Land betreten, als sie sich auf dem Weg zu einem Bewerbungsgespräch als Haushälterin bei der reichen Familie Clasky in Beverly Hills befindet, begleitet von ihrer Cousine und Dolmetscherin. John (ADAM SANDLER) und Deborah Clasky (TÉA LEONI) haben so ihre Schwierigkeiten in ihrer Ehe. John ist ein liebender, geduldiger und solider Vater und Ehemann, außerdem Chefkoch und Besitzer eines angesagten Restaurants. Die immer neurotischer werdende Deborah hat vor kurzem ihren Job als Werbedesignerin verloren und befindet sich auf dem besten Weg in die Identitätskrise. Ihre zwei Kinder Bernice (SARAH STEELE) und Georgie (IAN HYLAND) haben reichlich darunter zu leiden, ebenso wie Deborahs Mutter Evelyn (CLORIS LEACHMAN), eine ehemals mittelmäßig erfolgreiche Jazzsängerin, die zum Missfallen ihrer Tochter unter demselben Dach lebt. Bei ihrer ersten Begegnung im Garten der Claskys macht Flor dann auch gleich Bekanntschaft mit Deborahs exzentrisch-neurotischem Wesen. Verzweifelt darum bemüht, ihren Namen richtig auszusprechen, erleidet Deborah beinahe einen Nervenzusammenbruch und stellt Flor trotz deren fehlender Englischkenntnisse nach wenigen Minuten aus unersichtlichen Gründen auch prompt ein. Ihre neue Aufgabe feiert Flor am Abend mit Cristina in einem Edelrestaurant. Die Avancen einiger älterer Herren gegenüber ihrer vermeintlichen „Schwester“ geben Flors Bestrebungen, ein strengeres Auge auf Cristina zu werfen, nur Recht. Der erste Tag im neuen Job: Kaum kommt Flor zur Tür herein, wird sie Ohrenzeugin eines bitterbösen Streits zwischen den Eheleuten Clasky, der mit einer aufgelösten Deborah und damit endet, dass John sich nicht einmal bei der Arbeit konzentrieren kann und zu allem Übel auch noch erfahren muss, dass für denselben leidigen Tag der überaus wichtige Restaurantkritiker der Times seinen Besuch angekündigt hat. Aber es kommt noch schlimmer: In ihrem eher ungeschikkten Bemühen, Töchterchen Bernice zum Abnehmen zu bewegen, kauft Deborah ihrer Tochter Kleidung, die eine Nummer zu klein ist. Bernice ist bei der Anprobe am Boden zerstört, Flor entsetzt und der stets besonnene John auf Hundertachtzig – für seine Verhältnisse zumindest: Als er Flor im Auto zu ihrer Bushaltestelle bringen will, bricht er in der ihr fremden Sprache in einen Wutanfall und dann in Tränen aus. Flor flieht geradezu aus dem Auto. In den Augen eines Menschen, der lateinamerikanischen Machismo aus erster Hand kennt, zeigt John erschreckenderweise die Emotionen einer mexikanischen Frau. Mit ihrer geschworenen Zurückhaltung ist es nach dem Vorfall mit Bernice für Flor schon zu Ende. Am Abend bittet sie Cristina um Nachhilfe in Englisch, dann schleicht sie sich zurück zu den Claskys, holt die neuen Klamotten aus dem Zimmer der schlafenden Bernice und ändert sie – trennt fein säuberlich alle Nähte auf und Knöpfe ab und macht die Kleider passend. Mit ihren wenigen gelernten Vokabeln fordert sie Bernice am Morgen auf, die Kleidung noch einmal anzuprobieren – und sichert sich damit einen Platz im Herzen des Teenagers. Als die neueste Ausgabe der Times eintrifft, werden Johns schlimmste Befürchtungen wahr: Er bekommt seinen vierten Stern verliehen und gleichzeitig die ehrenvolle Auszeichnung „Bester Koch Amerikas“. Für John ist das weniger Grund zur Freude als beste Voraussetzung dafür, „ein Arschloch zu werden“ und auf sein solides Familienleben fortan verzichten zu müssen. Prompt beschließt er, 20 Prozent des Restaurants an den zweiten Chefkoch abzugeben, um sich den Sommer über trotz des Karrieresprungs ganz um die Familie kümmern zu können. Das passt der ehrgeizigen Deborah zwar gar nicht, aber die Suche nach einem Sommerhaus für die Familie erfordert erst einmal ihre ganze Aufmerksamkeit. Deborah mietet schließlich ein Sommerstrandhaus in Malibu, das allerdings mit dem Bus für Flor nicht erreichbar ist. Kurzerhand verlangt sie von ihrer überrumpelten Haushälterin, den Sommer über bei der Familie einzuziehen. Flor muss den Claskys notgedrungen erstmals von ihrer eigenen Tochter erzählen. Für Deborah nur ein weiterer Grund zur Euphorie – und kurz darauf auch für Cristina. Denn Flor bleibt keine Wahl: Schweren Herzens zieht sie kurz darauf mit Cristina gemeinsam ins luxuriöse Malibu... Was sich für sie schnell als der Fehler erweisen soll, den sie befürchtet hat: Kaum ist Cristina eingetroffen, ist Deborah hin und weg von dem bezaubernden Mädchen und diese vom Reichtum der Arbeitgeber ihre Mutter. Während Deborah ihre eigenen Kinder immer mehr vernachlässigt, wird Flor nicht nur zur Ersatzmutter von Bernice und Georgie, sondern gleichzeitig und trotz anfänglicher Sprachbarrieren auch immer mehr zu einer Vertrauten von John Clasky, der in Flors mütterlicher Aufopferung eine verwandte Seele entdeckt. Und ehe sie es sich versehen, stehen in Malibu beide Familien Kopf, als mexikanisches Temperament und amerikanische Exzentrik unter einem Dach aufeinander prallen...

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