Filmkritik - Sommersturm (2004)
 
 

Sommersturm

DVD / Blu-ray :: IMDB (7,5)
Original: Sommersturm / Summer Storm
Regie: Marco Kreuzpaintner
Darsteller: Kostja Ullmann, Tristano Casanova
Laufzeit: 94min
FSK: ab 16 Jahren
Genre: Drama, Komödie (Deutschland)
Verleih: X-Verleih
Filmstart: 02. September 2004
Bewertung: 9,0 (3 Kommentare, 3 Votes)
„Uns kann doch nichts auseinander bringen!“ Tobi (ROBERT STADLOBER) und Achim (KOSTJA ULLMANN) sind seit langem die besten Freunde – „wie siamesische Zwillinge“, findet Achims Freundin Sandra (MIRIAM MORGENSTERN). Gemeinsam trainieren sie im oberbayerischen Ruderclub RSC und sind die großen Hoffnungsträger von Trainer Hansi (JÜRGEN TONKEL). Ein Sommerzeltlager samt Wettkampf steht an und beim RSC setzt man ganz auf die sportlichen Leistungen der beiden. Die fiebern dem Camp jedoch aus anderen Gründen entgegen: Achim freut sich auf die Zeit mit Sandra. Tobi, auf den Sandras hübsche Freundin Anke (ALICJA BACHLEDA-CURUS) ein Auge geworfen hat, will einfach nur Spaß haben. Genau aus diesem Grund erscheinen er und Achim auch regelmäßig zu spät beim Training. Am Tag vor der Abreise platzt Hansi schließlich der Kragen: „Ich fahr doch nicht ins Bergische Land, damit wir uns dort blamier’ n!“ Prompt verdonnert er Achim und Tobi zum Putzdienst im Bootshaus. Bei der Jubiläumsfeier des Vereins stehen die beiden als DJs gemeinsam an den Plattentellern. Tobi nimmt seinem Freund das Versprechen ab, nach dem Abi eine gemeinsame Interrail-Tour zu unternehmen. „Glaubst du, dass wir mit 40 immer noch zusammen was losmachen?“ sorgt er sich. „Wenn Du und Sandra und ich und Anke so richtig zusammen sind, ist unsere Freundschaft doch vorbei, oder?“ „Wir lassen uns von den Weibern doch nicht auseinanderbringen!“ entrüstet sich Achim. Und da sie schon beim Thema sind, spricht Achim seinen Freund auch gleich darauf an, was eigentlich mit Anke sei. Tobi drückt sich vor einer konkreten Antwort, gibt aber zu, dass Anke eine tolle Frau ist - und erweckt schließlich den Eindruck, als ob er bereits mit Anke geschlafen habe... Zu vorgerückter Stunde ist auf der Party Engtanz angesagt. Tobi beobachtet Achim und Sandra, die zärtlich umschlungen miteinander tanzen. Und so fordert er Anke zum Tanz auf. Genau in dem Augenblick, in dem Tobi einen neugierigen Blick von Achim spürt, beugt er sich zu Anke und gibt ihr einen langen, innigen Kuss. „Ne ganze Mannschaft – alles Tucken!?“ Nach der Ankunft an der Bevertalsperre spioniert Ferdl als erstes die weibliche Konkurrenz aus – und tritt dabei wie üblich ins Fettnäpfchen: Er beobachtet die katholische Mädchengruppe aus Sachsen beim Duschen. Minuten später wird er unter Schmerzensschreien von den Jungs der Berliner Mannschaft „QueerSchlag“ zum Zeltplatz des RSC geschleppt: Bei seiner Spionageaktion hat er sich sein bestes Stück im Reißverschluss eingeklemmt. Die hilfreichen „QueerSchläger“ entpuppen sich als komplett schwules Team, das anstelle des heiß ersehnten Mädchenteams aus der Hauptstadt angereist ist. Die Ruderer vom RSC reagieren auf die Bekanntschaft mit den Jungs vom anderen Ufer mit gemischten Gefühlen. Georg (TRISTANO CASANOVA), Sohn des RSC-Präsidenten, ist empört darüber, dass ihn der muskulöse Malte (HANNO KOFFLER) sofort schamlos anbaggert und hält mit seinen Vorurteilen nicht hinterm Berg.

Kommentare

(3) eckige-augen vergibt 10 Klammern · 08. September 2004
Endlich gibt es einen so wunderbaren, ernsthaften und doch unterhaltsamen deutschen CO-Film. Nicht nur Klischees, sondern verschiedene schwule Charaktere – wie in echt. Die Bildsprache ist gelegentlich sehr dramatisch, aber ansonsten: sehr schön.
(2) k85499 vergibt 10 Klammern · 08. September 2004
Geiler Film, unbedingt anschauen!
(1) AkoraBln vergibt 7 Klammern · 08. September 2004
Endlich wieder ein gescheiter Film zum Thema Coming Out, der nicht nur zum nachdenken sondern auch zum schmunzeln anregt. Und der Titelsong ist von Rosenstolz - "Willkommen (in unserer Welt)".
 

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