Filmkritik - Somersault: Wie Parfum in der Luft (2003)
 
 

Somersault: Wie Parfum in der Luft

DVD / Blu-ray :: IMDB (6,8)
Original: Somersault
Regie: Cate Shortland
Darsteller: Nathaniel Dean, Sam Worthington
Laufzeit: 106min
FSK: ab 12 Jahren
Genre: Drama (Australien)
Verleih: Prokino Filmverleih
Filmstart: 19. Mai 2005
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Angesiedelt zu Füßen eines australischen Wintersportgebiets in den Snowy Mountains, südlich von Canberra, ist SOMERSAULT ein optisch aufregender Film. Er erzählt die Geschichte eines ungewöhnlichen Mädchens, das eine Reise unternimmt – durch Australien und durch die Welt ihrer Gefühle. Dabei erkennt sie die Bedeutung der wichtigen Dinge im Leben: Liebe, Familie und Freundschaft. Die Welt der sechzehnjährigen Heidi (ABBIE CORNISH) ist so unsensibel wie der eisige Wind in den australischen Alpen. Heidi wohnt mit ihrer Mutter und deren Freund in einer trostlosen Kleinstadt. Sie hat das gewisse Etwas. Sie ist noch kindlich und doch ein wenig verrucht, zerbrechlich und zäh. Sie weiß, was sie will, aber nicht, wo sie es findet. Ihre Sehnsucht nach echter Nähe und Geborgenheit bleibt ihr Geheimnis. Sie stürzt sich in sexuelle Bekanntschaften. Eines Morgens kommt sie dem Freund ihrer Mutter näher. Nur einen Moment lang ist sie zu weit gegangen, da steht ihre Mutter auch schon in der Tür. Verzweifelt entschuldigt sie sich. Die Mutter ist außer sich vor Entsetzen. Echte Liebe und eine richtige Familie sind in weitere Ferne gerückt, als je zuvor. Heidi hasst sich dafür und reißt aus. Sie landet im Skigebiet um Lake Jindabyne. Endlich niemand, dem sie Rechenschaft ablegen muss! Sie ruft eine alte Affäre an. Er legt wortlos auf. Sie ist allein. Trotzdem genießt sie ihre neue Freiheit. In einem Nachtclub reißt sie einen unscheinbaren Typen auf. Er nimmt sie mit in seinen Wohnwagen und setzt sie morgens wieder vor die Tür. Ohne Geld und ohne Freunde, ist sie ganz auf sich gestellt. Auf ihren Streifzügen begegnet Heidi Joe (SAM WORTHINGTON), dem Sohn eines reichen Farmers aus der Gegend. Sie will auch mit zu ihm nach Hause. Doch Joe nimmt sie nur mit in ein Motel, rührt sie aber nicht an. Früh morgens fährt er weg, ohne seine Telefonnummer zu hinterlassen. Die Hotel-Besitzerin Irene (LYNETTE CURRAN) erzählt ihr, wo Joe wohnt. Sie hat noch ein altes Appartement, in dem Heidi wohnen kann. Während Heidi nach einem Job sucht, erkundet sie die Landschaft und findet Trost in der bezaubernden Schönheit der Natur, die sie umgibt. Das Mädchen bewirbt sich an der örtlichen Tankstelle als Aushilfe. Ihre neue Kollegin freundet sich mit ihr an. Sie verrät ihr, dass Irenes Sohn wegen Mordes im Gefängnis sitzt und daher das Appartement frei ist. Heidi telefoniert Joe hinterher. Anfangs unbeeindruckt, fühlt Joe sich immer stärker zu Heidi hingezogen. Seine eigenen inneren Konflikte hindern ihn aber daran, sich Hals über Kopf zu verlieben. Joe ist wenig erpicht, eine Aushilfe in der Tankstelle zur Freundin zu haben. Seine Freunde machen sich schon über ihn lustig. Seine Bindungsangst siegt schließlich. Als Joe sich nicht mehr meldet, sucht Heidi Zuflucht und Intimität in den heruntergekommenen Clubs der Touristenstadt. Die Vergangenheit bricht über sie herein. Wieder rennt sie mit dem Kopf gegen die Wand, bis alles in Trümmern liegt. Völlig betrunken nimmt sie zwei Jungs mit in ihr Appartement. Sie stehen ausgezogen im Zimmer, als Joe die Tür öffnet. Heidi rennt ihm bis zum Auto nach. Nackt und verloren steht sie in der Kälte. Irene schmeißt Heidi aus dem Motel. Die nächtliche Szene war zuviel für sie. Heidis Entschuldigungen nutzen nichts. Sie konfrontiert Irene mit der wahren Geschichte ihres Sohnes. Sie will verletzen, sich selbst und andere. Doch der Kontakt mit den Menschen vor Ort hat sie bereits verändert. Zum ersten Mal erscheint die Welt in einem anderen Licht. Unter Tränen gesteht Irene, dass eine Mutter ihr Kind immer liebt. Egal, was passiert. Echte Liebe verzeiht immer – auch sich selbst. Heidis kühle Fassade bricht zusammen. Sie hat mehr innere Stärke in sich, als sie glaubt. Heidi hat endlich den Mut, ihre Mutter anzurufen…

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