Filmkritik - Shortbus (2006)
 
 

Shortbus

DVD / Blu-ray :: IMDB (6,6)
Regie: John Cameron Mitchell
Darsteller: Raphael Barker, Lindsay Beamish
Laufzeit: 98min
FSK: ab 18 Jahren
Genre: Drama (USA)
Verleih: Senator Film Verleih
Filmstart: 19. Oktober 2006
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
New York. Die Stadt der Gegensätze. Finanzmetropole und Kunsthochburg. Hort der Reichen und der Armen, der Erfolgsverwöhnten und der Geknechteten, der strahlenden Helden und ewigen Loser. Heimat von Empire State Building und Freiheitsstatue, Broadway und Fifth Avenue. Doch seit dem 11. September 2001 ist nichts mehr so wie es einmal war. Der Big Apple hat nicht nur ein Wahrzeichen, sondern auch seine Unschuld verloren. Und so verbirgt sich hinter jedem Fenster von New Yorks Abertausenden von Apartments ein Mensch, ein Einzelschicksal, ein Individuum auf der Suche nach Liebe und Sex, Anerkennung und Befriedigung. Da ist zum Beispiel der Homosexuelle Jamie (PAUL DAWSON), der lieber James genannt werden möchte. Er dreht gerade einen Film über seine langjährige Beziehung zu Jamie (PJ DeBOY), der inzwischen ein wenig der Kick fehlt. Während James nackt in der Badewanne liegt und sich dabei filmt, züchtigt Domina Severin (LINDSAY BEAMISH) in ihrer Sado-Maso-Bude einen jungen Freier und Sextherapeutin Sofia (SOOK-YIN LEE) lässt es sich nach allen Regeln der Kamasutra-Kunst von ihrem potenten Mann Rob (RAPHAEL BARKER) besorgen. Unterdessen erweist sich James als Meister der Körperbeherrschung. Durch eine akrobatische Einlage gelingt es ihm, sich selbst oral zu befriedigen. Und die Kamera läuft mit. Was Jamie nicht weiß. Er wird beobachtet. Im Block gegenüber hat sich Caleb (PETER STICKLES) mit einem High-Tech-Fernrohr am Fenster verschanzt und geht dort seinen voyeuristischen Trieben nach. Und so kommt jeder auf seine Art so nach und nach zu seinem ganz besonderen Höhepunkt. Weil es zwischen Jamie und James nicht mehr so rund läuft, beschließen die beiden, sich beraten zu lassen. Wenig später tauchen sie in der Praxis von Sofia auf. Geduldig hört sich die Therapeutin ihre Geschichte an, merkt aber sehr schnell, dass James nicht die ganze Wahrheit erzählt. Also schickt sie Jamie vor die Tür und erfährt so, dass James bei seinem Job als Bademeister bei dem Versuch, einen alten Mann vor dem Ertrinken zu retten, versagt hat. Als schließlich der weniger feinfühlige Jamie wieder hereinpoltert und seine Liebe zu James beteuert, rastet Sofia plötzlich aus und beginnt auf Jamie einzuschlagen. Kurz darauf entschuldigt sie sich für ihre Entgleisung und gesteht den beiden unter Tränen, dass sie selbst noch nie einen Orgasmus gehabt hat. Unterdessen geht das Leben in New York seinen Gang. James montiert eifrig am Computer seinen Film, die vereinsamte Severin nimmt eine Auszeit von ihrem Domina-Job und kümmert sich um ihr Hobby, die Fotografie. Mit ihren Porträts vom tristen Alltag auf New Yorks Straßen hat sie sich zu einer wahren Künstlerin gemausert. Auch Sex-Therapeutin Sofia ist nicht untätig. Sie ist festen Willens, etwas für ihren ersten Orgasmus zu tun. Deshalb begibt sie sich auf Einladung von James und Jamie in den abgefahrenen Club „Shortbus“. Dort landet sie direkt in den Armen von Justin (JUSTIN BOND), der sich selbst als „Mistress of Shortbus“ vorstellt. Und während Sofia einen Raum nach dem anderen besichtigt, kommt sie aus dem Staunen nicht heraus. Denn im „Shortbus“ regiert der Sex in all seinen Spielarten. Ob zu zweit, zu dritt, von vorne oder hinten, oral oder anal, hetero oder homo – hier kommen alle auf ihre Kosten. Und wer gerade mal keinen Sex machen möchte, der redet zumindest darüber... ...wie zum Beispiel der hübsche junge Ceth (JAY BRANNAN). Er hat ein Auge auf Jamie und James geworfen und bittet Sofia, sie möge ihn doch den beiden vorstellen. Doch Sofia hat mit anderen Problemen zu kämpfen, behauptet doch ein jüdischer Transvestit tatsächlich, der weibliche Orgasmus gehöre ins Reich der Mythen. Sofia entzieht sich dem Gespräch auf ihre Art und findet sich kurz darauf inmitten einer Gruppe von Frauen wieder, die sich ihre schönsten Orgasmus-Erlebnisse erzählen und jede Menge Tipps für die Sex-Therapeutin auf Lager haben. Die wiederum beteuert, dass ihr der Sex mit ihrem Mann auch ohne Orgasmus total viel Spaß macht und sie ihn trotzdem liebt. Dennoch schlagen ihr die Frauen vor, sie sollte es doch mal gleichgeschlechtlich probieren, während Severin, die ebenfalls im „Shortbus“ weilt, fleißig Fotos schießt. Dressman Seth hat es mittlerweile tatsächlich geschafft, mit Jamie und James in Kontakt zu kommen. Schließlich nehmen die beiden ihn sogar mit nach Hause, wo Seth sich als wahres Talent als Sänger und an der Gitarre entpuppt. Anschließend probieren die drei zum Spaß ein paar skurrile Stellungen aus und schmettern dabei die amerikanische Nationalhymne „Home of the Brave“ in den zum Mikrofon umfunktionierten Penis. Dass sie dabei von Voyeur Caleb vom Block gegenüber gefilmt werden, bleibt ihnen natürlich verborgen. Erst recht, als es dann zwischen den Dreien so richtig zur Sache geht. Auch Sofia übt eifrig für den ersten Orgasmus. Doch leider hat sie Probleme mit dem Vibrator. Erst bekommt sie einen Krampf im Oberschenkel, dann ist ihr das Geräusch des Dildos zu laut und sie versucht dieses, mit einem Kopfhörer und Musik zu übertünchen. Entnervt geht sie zu rüber zu Rob, der gerade vor dem Computer masturbiert. Es kommt zum Streit zwischen den beiden, weil Sofia sich von ihrem Mann wie eine Kuh behandelt fühlt, während er darunter leidet, dass er es nicht fertig bringt, sie zum Orgasmus zu bringen. Da erinnert sich Sofia an das Foto, das Severin ihr mit ihrer Telefonnummer im „Shortbus“ überreicht hatte. Sie ruft Severin an und bitte diese um Rat. Die wiederum wettert über das andere Geschlecht, behauptet, dass 70 Prozent aller Männer Arschlöcher seien. Außerdem vermutet die Domina, dass die Sextherapeutin als Kind missbraucht wurde und daher die Orgasmus-Probleme rühren. Praktische Tipps folgen. So zeigt Severin Sofia, wie man sich als Frau am besten selbst befriedigt. Inzwischen ist James mit seinem Film fertig. Er ist für Jamie. Eine Art Abschiedsgeschenk. Doch wird er es fertig bringen, diesen auch zu übergeben? Und was hat er selbst mit seinem Leben vor? Und welche Rolle wird Voyeur Caleb darin noch spielen? Was ist mit Sofia? Wird das vibrierende Ei mit Fernsteuerung endlich den heißersehnten Orgasmus bringen? Und kann Severin es schaffen, den verhassten Domina-Job an den Nagel zu hängen und ein normales Leben zu beginnen? Fragen über Fragen, die letztlich alle im „Shortbus“, dem legendären Club der Begabten und Herausgeforderten, befriedigend beantwortet werden...

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