Filmkritik - Scoop - Der Knüller (2006)
 
 

Scoop - Der Knüller

DVD / Blu-ray / iTunes :: IMDB (6,7)
Original: Scoop
Regie: Woody Allen
Darsteller: Julian Glover, Jim Dunk
Laufzeit: 96min
FSK: ab 6 Jahren
Genre: Komödie, Fantasy, Mystery (Großbritannien, USA)
Verleih: Concorde Filmverleih
Filmstart: 16. November 2006
Bewertung: 7,0 (3 Kommentare, 3 Votes)
Eine Gruppe von Journalisten sitzt zusammen, um ein Glas auf ihren gerade verstorbenen Kollegen Joe Strombel (IAN McSHANE) zu trinken. Sie würdigen ihn als einen der großen Reporter mit untrüglichem Gespür für den nächsten Knüller. Und das ist bei einem Vollblutjournalisten auch durchs Ableben nicht totzukriegen: Auf der Schiffsfahrt ins Totenreich bekommt Joe Strombel einen Hinweis, der seine alten Instinkte sofort wieder weckt und den Reporter keine Ruhe finden lässt. Kurzerhand verlässt er das Totenschiff. Denn was ihm die ebenfalls frisch verstorbene Sekretärin eines hoch angesehenen Mitglieds der Londoner High Society anvertraut hat, könnte die Sensationsnachricht seines Lebens werden, und er muss einen Weg finden, den heißen Tipp in die richtigen Hände weiterzugeben. Es geht um nichts weniger als die Identität des geheimnisvollen „Tarotkarten-Killers“, der seit einiger Zeit in London sein Unwesen treibt und als Visitenkarte bei seinen Opfern eine Tarotkarte hinterlässt. Da Strombel seine Recherchen ja nun nicht mehr selbst vornehmen kann, kommt ihm die sehr junge, sehr lebendige und sehr unerfahrene Journalismus-Studentin Sondra Pransky (SCARLETT JOHANSSON) gerade recht. Sondra ist Amerikanerin und in London zu Besuch bei Freunden. Nach ihrem ersten missglückten Interviewversuch – der berühmte Filmemacher füllt sie mit Whiskey ab und zerrt sie ins Bett, statt ihre Fragen zu beantworten – zweifelt sie an ihren Berufsvorstellungen. Um sie auf andere Gedanken zu bringen, nimmt ihre Freundin sie mit in die Show des Magiers Sid Waterman (WOODY ALLEN), eines amerikanischen Landsmanns von ihr, auch genannt Splendini. Der holt Sondra auf die Bühne, um sie in einer Box zu „entmaterialisieren“, und ausgerechnet in diesem Kasten erscheint der fassungslosen jungen Frau der tote Joe Strombel. Zwar sagen ihr Namen und Fakten, die er ihr anvertraut, zunächst gar nichts. Aber die Infos aus dem Jenseits könnten ihr vielleicht zu einem journalistischen Knüller verhelfen. Sie googelt den Namen, den sie gehört hat, und damit ist ihr Jagdinstinkt geweckt. Als Verbündeten holt sich Sondra den widerstrebenden Sid ins Boot. Der weigert sich zunächst strikt, sich in einer fremden Stadt in etwas hineinziehen zu lassen, das nach waschechtem Skandal klingt. Das ist ihm mehrere Nummern zu groß, da bleibt er lieber bei seinem Bühnenzauber. Doch Sondra beweist eine erste journalistische Tugend: Hartnäckigkeit. Sie überredet Sid zu einem Treffen mit dem Mann, der nach ihren Informationen hinter den Tarotkarten-Morden stecken könnte: der gutaussehende und einflussreiche Peter Lyman (HUGH JACKMAN), Sohn eines wohlhabenden Lords. Sie verschaffen sich Zugang zu einem Privatclub, wo der attraktive Peter regelmäßig seine Schwimmrunden dreht. Um seine Aufmerksamkeit zu erregen, gibt Sondra – im hinreißenden roten Badeanzug – vor, im Pool zu ertrinken. Gentleman Peter rettet sie natürlich. Ihm gefällt, was er sieht, und er lädt Sondra und ihren „Vater“, als der Sid vorgestellt wird, zu einer Party auf den Landsitz der Familie ein. Unter falscher Identität – Sondra gibt sich als „Jade Spence“ aus – unternehmen „Mr. Spence und Tochter“ staunend einen Ausflug in die britische Upper Class. Peter ist entzückt von Sondras natürlicher Art, und Sid, angeblich ein reicher Businessman, erheitert die Gäste mit Zaubertricks, seinem „Hobby“. Sondra ist hin und her gerissen zwischen ihrer Professionalität – unvoreingenommen will sie dem Verdacht gegen Peter Lyman nachgehen – und ihren wachsenden Gefühlen für diesen Traummann. Während der ersten Liebesnacht durchsucht sie sein mondänes Stadthaus, wo der Kunstsammler in einem klimatisierten Raum wertvolle alte Bücher und Musikinstrumente aufbewahrt. Der Tresor ist mit einem Nummerncode verschlossen. Wenig später gibt Joe Strombel dem völlig verwirrten Sid während einer seiner Zauber-Shows eine Zahlenkombination. Ohne zu wissen, was er damit anfangen soll, versucht der Magier sich mit zweifelhaften Gedächtnisstützen diese magischen sechs Ziffern zu merken. Bei einer Party in Peters Haus schleicht Sid in den Keller und öffnet mit den bewussten Zahlen tatsächlich die Tür zu der Schatzkammer, in der er, versteckt unter einer Tuba, einen Satz Tarotkarten entdeckt! Der Kontakt in die Vorhölle bleibt bestehen, auch wenn Joes Erscheinen immer schwächer wird, und Sondra treibt, mit zunehmend schlechtem Gewissen, ihr doppeltes Spiel voran. Zum Geburtstag schenkt Peter ihr ein teures Armband, kann aber nicht mit ihr feiern, weil er – wie er bedauert – geschäftlich für ein paar Tage die Stadt verlassen muss. Als Sondra an diesem Abend von Sid zum Essen ausgeführt wird, sieht sie Peter zufällig draußen die Straße entlang gehen. Und kurz darauf passiert gleich um die Ecke ein weiterer Tarotkarten-Mord an einer Prostituierten. Die Indizien gegen Peter scheinen sich zu verdichten – als auf einmal der Tarotkartenkiller von der Polizei gefasst wird. Sondra ist glücklich und erleichtert und beichtet Peter endlich ihre falsche Identität – und die ihres „Vaters“. Auch er kann alle Ungereimtheiten aufklären und entschuldigt sich für sein Fernbleiben an ihrem Geburtstag. Das verliebte Paar reist zu einem Wochenende auf den Landsitz der Familie. Einem Happy End steht nichts im Wege – wäre da nicht der misstrauische Sid, der inzwischen an der Geschichte Feuer gefangen hat. Er verschafft sich Zutritt zu Peters Musikzimmer und findet unter der Tuba statt der Tarotkarten einen Schlüssel. Und dieser Schlüssel passt ins Schloss der Wohnungstür der ermordeten Prostituierten... Sid versucht, Sondra zu warnen, doch die will nichts von seinen „Verschwörungstheorien“ wissen. Todesmutig mietet der Amerikaner, der nichts mehr fürchtet als den englischen Linksverkehr, ein kleines Auto und macht sich auf den Weg zum Landsitz der Lymans, um Sondra zu retten. Dort wird er allerdings nicht mehr ankommen, und auch sonst nehmen die Dinge eine unerwartete Wendung. Am Ende jedenfalls steht, ganz im Sinne von Joe Strombel, eine Aufsehen erregende Titelgeschichte von Sondra Pransky in einer großen angesehenen Londoner Tageszeitung ...

Kommentare

(3) Rotkehlchen vergibt 8 Klammern · 10. Dezember 2006
Endlich mal wieder ein Woody Allen-Film, sehenswert allein schon wegen Hugh Jackman. Aber er hätte ein bißchen straffer inszeniert sein können. Trotzdem nette Kinounterhaltung.
(2) SVoigt2000 vergibt 7 Klammern · 22. November 2006
Ein wirklich lustiger und sehenswerter Film mit einem tollen Hauptdarsteller-Duo Allen-Johansson. Leider ist "Scoot" nicht so gut wie Woody Allens letzter Film "Match Point".
(1) quark007 vergibt 6 Klammern · 09. November 2006
Sneak: ich muss sagen, dass der Film teilweise echt zum totlachen war! Vorallem ihr "Vater"! Aber von der Story her ist er doch etwas lahm! Einige Dinge wurden komisch gelöst! Alles in allem ein Film, den man nicht gesehen haben muss!
 

Teilen

 

Filmsuche